Heute ist der 23.05.2026 und während die Sonne über Cuxhaven aufgeht, gibt es einen ganz besonderen Menschen, der in Kehdingbruch ein Archiv bewahrt, das mehr ist als nur eine Sammlung von Dokumenten. Hartwig von Seht – ein Name, der hier in der Region wie ein vertrauter Freund klingt. Seit Jahren hütet er mit viel Hingabe ein Archiv voller Erinnerungen, das Wahlzettel, Briefe und Zeitungsartikel umfasst. Doch das ist nicht alles: Auch Dokumente aus den beiden Weltkriegen finden sich darunter, und sie erzählen Geschichten, die oft im Schatten der Geschichte verborgen bleiben.

Aufgewachsen als jüngstes von vier Kindern auf dem elterlichen Hof, hat Hartwig sein Leben der Heimat gewidmet. 18 Jahre lang war er Jungschützenwart und hat nicht nur die Bedeutung von Sport, sondern auch die Wichtigkeit von Demokratie für die Jugend hervorgehoben. Komischerweise verschob er sogar seine Hochzeit im Jahr 1968 um eine Woche, nur um einen wichtigen Wettkampf der Jugendlichen nicht zu verpassen. Wer hätte das gedacht? So viel Hingabe für die Gemeinschaft – und das ist erst der Anfang seiner beeindruckenden Biografie.

Ein Leben für das Schreiben

Der erste Artikel, den Hartwig 1966 in der Niederelbe-Zeitung veröffentlichte, war der Auftakt zu einer fast 60 Jahre währenden journalistischen Laufbahn. Das Schreiben ist für ihn mehr als ein Beruf; es ist eine Passion, die in seiner Familie tief verwurzelt ist. Sein Großvater, seine Tante, seine Cousine und sogar sein Sohn haben ebenfalls zum Stift gegriffen und Artikel veröffentlicht. Man könnte sagen, das Schreiben fließt in ihren Adern.

Die Digitalisierung hat zwar seine Arbeitsweise verändert, aber die Leidenschaft bleibt ungebrochen. Früher mit der Schreibmaschine, heute am Computer und per E-Mail – Hartwig hat sich den Zeiten angepasst. Und trotz der technischen Neuerungen ist das Archiv, das er pflegt, ein unverzichtbarer Teil seines Lebens. Es enthält nicht nur persönliche Geschichten, sondern auch die Erlebnisse von geflüchteten Menschen, die in Kehdingbruch eine neue Heimat fanden. Wie wichtig solche Geschichten sind, wird oft unterschätzt.

Ehrenamtliches Engagement

Seine Verbundenheit mit der Gemeinde zeigt sich auch in seinem ehrenamtlichen Engagement. 12 Jahre war er stellvertretender Bürgermeister im Gemeinderat Belum, wo er stets alle Akten zu den Sitzungen mitbrachte. Außerdem engagierte er sich als Pressewart der Freiwilligen Feuerwehr und als Schulelternratsvorsitzender. Seine Leistungen blieben nicht unbemerkt: 2018 erhielt er eine Ehrenurkunde von der Gemeinde Belum für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit. Ein Mann, der nicht nur schreibt, sondern auch handelt und sich für seine Mitmenschen einsetzt – das ist Hartwig von Seht.

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Obwohl er heute weniger für die Zeitung schreibt und sich zunehmend auf die Feuerwehr konzentriert, bleibt sein Archiv ein lebendiger Teil seiner Identität. Es ist nicht nur ein Sammelsurium von Dokumenten, sondern ein lebendiges Geschichtsbuch, das die Seele Kehdingbruchs widerspiegelt. Hartwig erzählt mit jedem Artikel, jeder Anekdote und jedem Dokument die Geschichte seines Lebens – und die seiner Heimat. Und so wird Kehdingbruch durch ihn lebendig gehalten, auch für zukünftige Generationen.