Hummelgarten in Sevelten: Kinder und Natur im Einklang
Heute ist der 21.06.2026 und in der kleinen Grundschule in Sevelten/Elsten bei Cloppenburg ist etwas Großes gewachsen – ein Hummelgarten! Dieses wunderbare Projekt wurde von der Schulleiterin Wiebke Nickels ins Leben gerufen, inspiriert von einer Gartenmesse. Die Kinder der Schule sind nicht nur Teil des Geschehens, sie sind auch ganz aktiv dabei. Markus Hibbeler von den „Hummelfreunden Nordwest“ hat ihnen ein Hummelnest gezeigt und die Begeisterung war sofort spürbar. Hummeln sind ja nicht einfach nur kleine, summende Insekten; sie leben in kleineren Staaten als die berühmten Honigbienen – bis zu 150 Tiere pro Volk. In ihrem neuen Garten haben die Schüler gleich zwei Hummelvölker angesiedelt: die fleißigen Ackerhummeln und eine Baumhummel-Kolonie.
Doch damit die Hummeln sich wirklich wohlfühlen, müssen die besten Bedingungen geschaffen werden. Im November 2025 haben die Schüler 4.000 Krokuszwiebeln gepflanzt, um den kleinen Bestäubern frühzeitig Nahrung zu bieten. Es war eine spannende Zeit – warten, bis der Frühling kommt! Und damit die Hummeln auch einen schönen Platz zum Nisten haben, wurden mit Unterstützung von Hibbeler Nistkästen aufgestellt. Diese Initiative wurde sogar von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung mit einer Finanzspritze unterstützt. Der Erfolg lässt sich sehen: Viele Hummeln schwirren nun durch den Garten, sammeln Nektar und Pollen und die Kinder beobachten sie fasziniert während ihrer Pausen.
Das Leben der Hummeln
Aber was passiert eigentlich im Leben einer Hummel? Im Frühling verlässt die begattete Jungkönigin ihr Winterschlafquartier auf der Suche nach einem neuen Nest. Besonders die Erdhummeln fliegen dabei ganz nah am Boden und suchen nach Löchern, die oft von Mäusen gegraben wurden. Die Königin ist ein wahres Multitalent – sie stellt „Tönnchen“ aus Wachs her und füllt sie mit Pollenbrot, um ihre Eier abzulegen. Und während sie sich um ihre Nachkommen kümmert, sorgt sie auch für eine kleine Honigration, die die Brutzeit übersteht. Die kleinen Hummeln schlüpfen dann als Larven, durchlaufen eine Metamorphose und verwandeln sich nach etwa 20 Tagen in die fleißigen Arbeiterinnen, die der Königin beim Nestaufbau und der Versorgung der Eier helfen.
Es ist ein echter Kreislauf des Lebens. Die Königin legt zunächst nur weibliche Eier, fördert damit die Entstehung von Arbeiterinnen und später auch die der Drohnen und neuen Jungköniginnen. Ab Oktober graben sich die begatteten Jungköniginnen dann ein, um den Winter zu überstehen. Die Arbeiterinnen und Drohnen leben nur während der aktiven Nestphase. Im Herbst ist das Nest dann meist ausgestorben, und nur die frischen Königinnen überwintern und gründen im nächsten Jahr neue Nester.
Tipps für ein Hummelparadies
Um ein Hummelvolk im eigenen Garten anzusiedeln, braucht es nicht viel – aber die richtigen Bedingungen sind entscheidend. Hummeln lieben abwechslungsreiche Pflanzen und geeignete Nistmöglichkeiten. Hummelnistkästen sollten artgerecht gestaltet sein und an einem schattigen Platz stehen. Ideal ist ein Nistmaterial mit hoher Saugfähigkeit – Hanfstreu oder Kapok sind hier die Favoriten. Komischerweise sind oft auch die einfachsten Materialien die besten, während Polsterwolle und Watte eigentlich ein No-Go sind, da sie oft Kunstfasern enthalten und die kleinen Insekten verheddern können.
Markus Hibbeler ermutigt nicht nur Schulen, sondern auch Privatpersonen, Lebensräume für Hummeln zu schaffen. Tipps hat er auch parat – frühblühende Pflanzen wie Krokusse, Sal-Weide oder Winterheide sind ein Muss! Nistkästen sollten regelmäßig auf Mottenbefall kontrolliert werden, besonders ab Mai, wenn die Hummeln aktiv werden. Ein Hummelhaus, Hummelhotel oder Hummelnistkasten – die Begriffe sind im Grunde genommen dasselbe – solltet ihr im frühen Frühjahr aufstellen, damit die Jungköniginnen es annehmen können.
Die Hummeln sind wichtig für unser Ökosystem und ihr Rückgang macht uns Sorgen. Doch die kleinen fleißigen Helfer können durch Projekte wie das in Sevelten/Elsten wieder unterstützt werden. Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch eine Liebe zur Natur, die ganz neu erfahren werden kann. Die Kinder beobachten voller Staunen das rege Treiben der Hummeln und tragen so ein Stück weit zur Erhaltung dieser wunderbaren Kreaturen bei.
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