Am Mittwoch, den 22. April 2026, findet in den Kammerlichtspielen Celle eine besondere Filmvorführung statt: Der Film „14. Juli“ wird um 19:45 Uhr gezeigt. Diese Veranstaltung hat einen tiefen humanitären Hintergrund, da sie auf die angespannte Situation in Rojava, Nord- und Ost-Syrien, sowie im Şengal, Nord-Irak, aufmerksam macht. Das Werk thematisiert den Militärputsch in der Türkei am 12. September 1980 und erzählt von einem dramatischen Hungerstreik in einem Gefängnis in Amed (Diyarbakir), der als Protest gegen die unmenschlichen Haftbedingungen initiiert wurde.
Die Erlöse aus dieser Filmvorführung sowie alle Spenden des Abends kommen dem kurdischen Roten Halbmond (Heyva Sor) zugute, um die Gesundheitsversorgung in Rojava und Şengal zu unterstützen. Die Ticketpreise betragen 10 Euro und können online über die Webseite der Kammerlichtspiele erworben werden (www.kammerlichtspiele-celle.de). Der Film wird im Originalton mit deutschen Untertiteln präsentiert, sodass die Zuschauer die authentische Darstellung der Ereignisse hautnah erleben können.
Ein Blick auf das 5. Internationale Filmfestival Rojava
Parallel zu dieser Filmvorführung wirft das 5. Internationale Filmfestival Rojava, das am 13. November beginnt, ein Licht auf die kulturellen und sozialen Herausforderungen, mit denen die Region konfrontiert ist. Dieses Festival, das an das tragische Massaker im Kino von Amûdê im Jahr 1960 erinnert, bei dem 283 Kinder ums Leben kamen, hat das Thema „Geteilte Geschichten und freies Kino“ gewählt. Es soll als Manifest des kollektiven Gedächtnisses und des Widerstands dienen.
Das Festival, das eine Woche lang dauert, zeigt insgesamt 81 Filme in verschiedenen Kategorien. Der Fokus liegt auf Themen wie Widerstand, Freiheit, Migration und sozialer Kampf. Besonderes Augenmerk wird auf die Förderung junger Filmemacher:innen gelegt, die mit einer frauenzentrierten Filmsprache den Geist des Festivals prägen. Die Eröffnung des Festivals wird durch eine Gedenkfeier vor dem Amûdê-Kino begleitet, während der Phönix als Symbol für Wiedergeburt und Erinnerung fungiert.
Kino als Medium des Wandels
Die filmische Bewegung in Rojava wird oft als „Kino der demokratischen Moderne“ oder „revolutionäres Kino“ beschrieben. Filme, die lange Zeit verboten waren, finden in der Sektion „Syrisches Kino“ ihren Platz, während das Festival auch Podiumsdiskussionen, Filmworkshops und kulturelle Veranstaltungen bietet. Durch diese kollektiven Anstrengungen wird das Kino nicht nur als Unterhaltungsmedium, sondern als Plattform für sozialen Wandel und das kollektive Gedächtnis verstanden.
Die Herausforderungen, mit denen Rojava derzeit konfrontiert ist, erschweren die Teilnahme von Filmemachern, doch durch Solidarität und gemeinschaftliche Unterstützung wird ein Raum geschaffen, in dem die Geschichten des Volkes erzählt werden können. Die Erinnerung an die Kinder des Massakers und der Kampf für Freiheit und soziale Solidarität stehen im Vordergrund dieser bedeutenden kulturellen Ereignisse.