Die Basketball Löwen Braunschweig stehen vor einer ganz besonderen Herausforderung. Trotz sportlichem Abstieg haben sie die Möglichkeit, in der höchsten deutschen Liga, der Basketball-Bundesliga (BBL), zu bleiben. Der Grund dafür? Die Kirchheim Knights, die das Finale der Zweiten Liga ProA erreicht haben, haben keinen Lizenzantrag für die BBL gestellt. Das öffnet Tür und Tor für Braunschweig, das in dieser Saison auf dem 17. Platz abgeschlossen hat.
Jetzt könnte Braunschweig eine Wildcard erhalten, für die sie allerdings rund 800.000 Euro auf den Tisch legen müssten. Geschäftsführer Nils Mittmann hat betont, wie wertvoll das Teilnahmerecht an der BBL ist. Und das ist nicht nur eine schlichte Floskel – es geht hier um die Existenz des Vereins, um die Risiken, die mit einem Abstieg verbunden sind. Es ist ein bisschen so, als ob man auf dem Drahtseil balanciert: Ein Fehltritt und alles ist verloren.
Die Entscheidung naht
Die Gesellschafterversammlung der BBL GmbH wird bald entscheiden müssen, ob die Wildcard an Braunschweig vergeben wird. Der Ausgang dieser Entscheidung gilt als wahrscheinlich positiv, was für die Löwen ein echtes Licht am Ende des Tunnels wäre. Immerhin wollen sie sich trotz der hohen finanziellen Aufwendungen um die Wildcard bemühen. Schließlich könnte das der Schlüssel zum Überleben in der Liga sein.
Die Kirchheim Knights wiederum schlagen sich wacker. Sie haben das Halbfinale gegen die Gießen 46ers mit 3:1 gewonnen, wobei das entscheidende Spiel mit 89:85 endete. Jetzt stehen sie im Finale der ProA und treffen dort auf den Sieger der Halbfinalbegegnung zwischen Phoenix Hagen und den Eisbären Bremerhaven, die in ihrer Serie aktuell 2:2 stehen. Der Gewinner dieser Auseinandersetzung hat ebenfalls die Möglichkeit, in die Bundesliga aufzusteigen. Ein echter Wettlauf um die besten Plätze!
Was ist eine Wildcard?
Interessant an der ganzen Wildcard-Geschichte ist, dass diese speziellen Genehmigungen in den höchsten deutschen Basketballligen vergeben werden, um Teams die Teilnahme zu ermöglichen, auch wenn sie die sportlichen Qualifikationen nicht erfüllen. Eine Wildcard gibt es, wenn das Soll an sportlich qualifizierten Bewerbern nicht erreicht wird. Das kann auch aus wirtschaftlichen Gründen geschehen, und genau hier könnte Braunschweig ins Spiel kommen.
Regelungen gibt es trotzdem – so dürfen Mannschaften in den letzten fünf Saisons keine Wildcard erhalten haben, um eine neue zu beantragen. Ein bisschen wie im echten Leben: Man muss sich an die Regeln halten, auch wenn man mal einen Umweg gehen muss. Die Gebühr für eine Wildcard betrug seit der Saison 2019/2020 700.000 Euro, was eine ordentliche Summe ist. Zuvor lag sie bei 250.000 Euro und war bis zur Saison 2012/2013 sogar nur 150.000 Euro. Man sieht, die Preise steigen. Und mit ihnen die Hoffnung und die Nervosität.
Braunschweig, mit dem Hauptgesellschafter NBA-Star Dennis Schröder, hat also alle Karten auf den Tisch gelegt. Es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickeln wird. Die Basketball-Welt blickt gespannt auf die Gesellschafterversammlung und die Entscheidungen, die dort getroffen werden. Denn eines ist sicher: Die Basketball Löwen kämpfen um ihre Zukunft.