Die Zahlen des Hauptzollamts Frankfurt für das Jahr 2025 sind wirklich bemerkenswert. Ein Gesamtbetrag von 8,3 Milliarden Euro aus nationalen Verbrauch- und Verkehrssteuern, Einfuhrumsatzsteuer, Zöllen und anderen Abgaben. Das lässt einen schon mal innehalten. Aber der Zoll tut mehr, als nur Geld in die Kassen zu spülen. Die Bilanz zeigt auch, wie aktiv man gegen Drogenkriminalität vorgeht. Insgesamt wurden 14.987 Kilogramm Drogen sichergestellt, die einen Schwarzmarktwert von rund 190 Millionen Euro haben. Da kann einem schon schwindelig werden.
Die Liste der Drogenfunde liest sich wie das Who’s Who der illegalen Substanzen: 822 Kilogramm Kokain, über 5.000 Kilogramm Khat, und fast 8.000 Kilogramm Haschisch und Marihuana. Dazu kommen noch 11.042 Stück Amphetamin und Ecstasy sowie rund 400 Kilogramm neue psychoaktive Substanzen wie Ketamin. Unglaublich, oder? Und das ist noch nicht alles: 88 Drogenkuriere wurden festgenommen. Zwei von ihnen waren sogenannte „Schlucker“ – dabei transportieren sie Drogen in ihrem Körper. Wer hätte gedacht, dass das so weit gehen kann? Bei einem dieser Schlucker wurden 760 Gramm Kokain in 60 Behältnissen gefunden. Das ist nicht nur riskant, sondern äußerst gefährlich.
Viel mehr als nur Drogen
Doch der Zoll hat nicht nur Drogen im Visier. Auch im Bereich Geldwäsche und Produktpiraterie wird fleißig ermittelt. Insgesamt wurden 862 Verstöße gegen die Anmeldepflicht für Bargeld festgestellt, mit einem Gesamtwert von rund 18 Millionen Euro. Das sorgt für einen zusätzlichen Schub an Bußgeldverfahren und Clearingverfahren zur Klärung der Geldherkunft. Zudem sind 145 Strafverfahren wegen Embargo-Verstößen im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine eingeleitet worden. Hier zeigt sich die Vielschichtigkeit der Arbeit des Zolls.
Eine weitere interessante Facette sind die Beschlagnahmungen lebender Tiere. 157 Tiere, darunter eine maurische Landschildkröte, Steinkorallen und Leguane, wurden sichergestellt. Und als ob das nicht schon genug wäre, gab es auch 25.376 Waren aus Tieren oder Pflanzen, darunter Lederwaren von Krokodilen, Schlangen und Waranen. Die Listen sind lang und die Konsequenzen sind gravierend. Auch die Sicherstellung von 754.857 Tabletten und Ampullen wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz zeigt, wie ernst die Lage ist. Das ist wirklich kein Spaß.
Ein umfassender Blick auf den Zoll
Der Zoll hat sich im vergangenen Jahr nicht nur um Drogen gekümmert. An den Flughäfen, wie in Köln/Bonn, werden Busse aus ganz Europa auf Drogen und verbotene Waren kontrolliert. Finanzminister Lars Klingbeil hat sogar angekündigt, 1.500 zusätzliche Stellen beim Zoll zu schaffen, um den Herausforderungen besser begegnen zu können. Aktuell beschäftigt der Zoll rund 49.000 Mitarbeiter in Deutschland. Klingbeil sieht Handlungsbedarf, besonders wegen der Billigwaren aus China, und plant die Abschaffung der Zollfreigrenze für Pakete unter 150 Euro ab Juli. Das betrifft nicht nur Online-Händler wie Shein, Temu, AliExpress und Amazon, sondern könnte auch viele Verbraucher treffen.
Die Zahlen sind beeindruckend: Im Jahr 2025 hat der Zoll insgesamt 157 Milliarden Euro für den deutschen Staat eingenommen. Das sind nicht nur trockene Fakten, sondern zeigen die immense Verantwortung, die der Zoll trägt. Und wer denkt, dass alles nur eine Routineaufgabe ist, irrt sich gewaltig. Der Zoll kontrollierte im März Baustellen auf Schwarzarbeit und Mindestlohnverstöße, über 52.100 Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden eingeleitet. Das ist ein ständiger Kampf, der nie endet.