Neuanfang für die HiFi-Profis: Zwischen Herausforderungen und Chancen in der Audio-Welt
Heute ist der 21.07.2026 und in Wiesbaden gibt es Neuigkeiten, die die HiFi-Welt erschüttern – oder besser gesagt, die HiFi-Profis. Ernst Schmid, der langjährige Geschäftsführer, atmet auf. Der Kaufvertrag, der das Sanierungsverfahren beendet, ist endlich unterzeichnet. Ein echter Neuanfang, den Schmid so lange angestrebt hat. Über 1,5 Jahre hat er nach Investoren gesucht, während die HiFi-Profis mit Kaufzurückhaltung in der Luxuskategorie, Corona-bedingten Bankkrediten und einem sich verändernden Markt zu kämpfen hatten.
Mit einem Jahresumsatz von 36 Millionen Euro sind die HiFi-Profis der größte inhabergeführte Elektronikfachhändler in Deutschland. Doch die Zeiten waren rau. Im Dezember 2025 beantragte Schmid beim Frankfurter Amtsgericht ein Schutzschirmverfahren – eine Notwendigkeit, um geordnet weiterarbeiten zu können. Dieses Verfahren ermöglicht eine schnellere Restrukturierung, was unbedingt nötig war. Veränderungen in der Branche, Lieferengpässe und steigende Preise machten die Situation nicht einfacher. Aber jetzt liegt die Zukunft in der Hand von Marc Horne, dem neuen Geschäftsführer, der die Filialen in Wiesbaden und Frankfurt unter der AV Media-Projekte GmbH führt.
Ein neuer Kurs für die HiFi-Profis
Die Restrukturierung hat bereits ihre Spuren hinterlassen. 15 von 45 Mitarbeitern in Frankfurt mussten gehen, und die Filiale in Mainz hat ihre Pforten geschlossen. Die Verkaufsflächen in Wiesbaden und Frankfurt werden um jeweils ein Drittel verkleinert. Umbauten sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die HiFi-Profis wollen nun stärker auf Service und Erlebnis setzen. Die angebotene Auswahl an Fernsehern wird reduziert, während der Fokus auf HiFi-Artikeln wie Bluetooth-Boxen und Soundbars liegt. Schmid hebt hervor, dass Qualität nicht nur eine Frage des Preises ist – und das ist etwas, das die Kunden in der aktuellen Zeit mehr denn je zu schätzen wissen.
Die HiFi-Profis bestehen aus zwei Gesellschaften: der HiFi-Profis Warenhandelsgesellschaft mbH in Frankfurt und der Verwaltungs- und Handels-GmbH in Wiesbaden. Letztere bleibt mit allen 31 Beschäftigten an Bord und wird weiterhin HiFi- und Audio-Produkte im mittleren bis höchsten Preissegment anbieten. Die Zustimmung des Gläubigerausschusses und des Sachwalters, Rechtsanwalt Thomas Rittmeister, liegt bereits vor. Das gibt den Mitarbeitern und Kunden zumindest ein wenig Sicherheit in unsicheren Zeiten.
Ein herausforderndes Umfeld
Die Herausforderungen für HiFi-Händler sind nicht zu unterschätzen. Immer mehr traditionelle Geschäfte schließen – nach 34 Jahren hat kürzlich ein HiFi-Händler seine Türen zugemacht. Onlinepreisdruck, Showrooming und steigende Fixkosten setzen dem stationären Handel zu. Vor allem die Pandemie hat viele Geschäfte in eine prekäre Lage gebracht. Kunden hören vor Ort, kaufen aber oft online günstiger – ein echter Dilemma für die HiFi-Profis.
Doch es gibt auch Lichtblicke. Die HiFi-Profis haben die Möglichkeit, ihre Kompetenz im Projektgeschäft zu betonen – das umfasst die Planung von Unterhaltungselektronik beim Rohbau. In einer Zeit, in der das digitale Geschäft boomt, ist es umso wichtiger, den stationären Handel neu zu denken. Erlebnisorientierte Verkaufsräume statt Gerätehallen, strukturierte Beratungsarchitektur und margenstarke Dienstleistungen könnten strategische Ansätze sein, um im Markt zu bestehen.
Eine Zukunft mit Herausforderungen und Chancen
Die HiFi-Profis wollen auch Kunden mit kleinerem Budget ansprechen und planen ein kuratiertes Sortiment. Die Zeiten ändern sich – und mit ihnen die Kundenbedürfnisse. Der Fokus auf individuelle Beratung und Service bleibt weiterhin essenziell. Schließlich ist Musik mehr als nur ein Produkt; sie ist eine Verbindung zwischen Technik und Gefühl. Und genau das ist es, was die HiFi-Profis in Wiesbaden und Frankfurt stärken wollen. Aber wie wird die Zukunft aussehen? Werden sie die Herausforderungen meistern können, oder werden sie im Sturm der Veränderungen untergehen? Das bleibt abzuwarten.
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