Im Herzen von Wiesbaden, anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Klosters Nütschau, trafen wir Prior Bruder Johannes Tebbe zu einem aufschlussreichen Gespräch. Der erfahrene Mönch kam etwas später, da er kürzlich an der Salzburger Äbtekonferenz in Wiesbaden teilgenommen hatte. Diese Konferenz vereint die höheren Ordensoberen der 51 benediktinischen Männerklöster im deutschsprachigen Raum und bietet einen wertvollen Austausch über die Herausforderungen und Chancen des klösterlichen Lebens.

Bruder Johannes blickt auf eine zwölfjährige Amtszeit zurück, die bald mit einer Neuwahl im Januar 2024 endet. Wichtige Momente seiner Zeit als Prior sind der Bau des neuen Jugendhauses, das dank großzügiger Spenden und der Unterstützung des Erzbistums realisiert werden konnte. Auch die Klima-Anpassungsmaßnahmen an anderen Gebäuden, die vom Bund gefördert wurden, sind Teil seiner Errungenschaften. Mit 17 Mönchen, davon zehn im aktiven Dienst, ist Kloster Nütschau nicht nur ein geistliches Zentrum des Erzbistums, sondern auch das einzige Mönchskloster im Norden Deutschlands.

Gemeinschaft und Gebet

Für Bruder Johannes ist die Gemeinschaft im Kloster von zentraler Bedeutung. Besonders das Gebetsleben, welches die Mönche miteinander verbindet, ist ihm ein Anliegen. Jüngere Menschen kommen regelmäßig ins Kloster, um das klösterliche Leben auszuprobieren und frische Impulse in die Gemeinschaft zu bringen. „Das Wichtigste ist immer die Gemeinschaft selbst“, betont er, während er die Hoffnungen äußert, dass im Jubiläumsjahr ein neuer Mitbruder in die Gemeinschaft eintreten wird.

Das Kloster Nütschau, mit seinem noch jungen Alter, sieht Bruder Johannes als Vorteil, der Flexibilität und Entwicklung fördert. Es dient als Ort der Begegnung für das Erzbistum, katholische Schulen und andere Gruppen. Das Glockenläuten zur Eucharistiefeier beendet unser Gespräch und erinnert an die spirituelle Dimension, die das Leben im Kloster prägt.

Benediktinertraditionen und ihre Bedeutung

Die Benediktiner sind nicht nur für ihre klösterlichen Gemeinschaften bekannt, sondern auch für ihren bedeutenden Einfluss auf Bildung und Kultur in Europa. Der Orden des heiligen Benedikt, als erster bedeutender Orden, hat eine lange Geschichte, die bis in das Mittelalter zurückreicht, als bis zu 37.000 Benediktinerklöster existierten. Diese Klöster waren oft Bildungs- und Gasthäuser, in denen Priester als die einzigen Lese- und Schreibkundigen das Schulwesen förderten.

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Heutzutage bieten viele Benediktinerabteien Schulen und Erwachsenenbildung an. Klosteraufenthalte ermöglichen es den Menschen, aktiv am Leben der Mönche teilzuhaben. Orte wie die Abtei Ettal sind bekannt für ihre Buchdruck- und theologische Forschung, während andere Abteien Landwirtschaft und Handwerksbetriebe betreiben. Benediktinerklöster sind auch Zentren für Kirchenmusik und den Gregorianischen Gesang, wodurch sie einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt leisten.

In einer Zeit, in der die Menschen nach Gemeinschaft und Spiritualität suchen, bleibt das Kloster Nütschau ein unverzichtbarer Anlaufpunkt, der Tradition und Moderne verbindet. Die wertvolle Arbeit, die Prior Bruder Johannes und seine Mitbrüder leisten, wird nicht nur von den Gläubigen geschätzt, sondern auch von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen.