Der Countdown läuft! Heute, am 10. Juni 2026, fiebern Fußballfans weltweit der Fußball-Weltmeisterschaft entgegen, die in diesem Jahr vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet. Doch während die großen Städte in den USA bereit sind, die Massen in den Straßen zu feiern, sieht es im beschaulichen Landkreis Waldeck-Frankenberg ganz anders aus. Hier wird es keine größeren Public-Viewing-Veranstaltungen geben. Ein bisschen schade, nicht wahr?

Die Städte und Gemeinden im Landkreis haben keine entsprechenden Veranstaltungen angemeldet. In Bad Wildungen wird immerhin das WM-Finale am 19. Juli im Rahmen des Viehmarktes in der Festhalle gezeigt – das ist doch schon mal was! Aber für die meisten Spiele müssen sich die Fans mit kleineren Übertragungen in Sportlerheimen oder Bürgerhäusern begnügen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Region im Schatten der großen Public-Viewing-Events steht. 2010 wurde auf dem Obermarkt in Frankenberg das erste große Public Viewing organisiert, und 2014 feierten dort 800 Menschen beim Public Viewing auf der Wehrweide. Ach, diese Erinnerungen!

Die Gründe für die Zurückhaltung

Die Gründe für die aktuelle Zurückhaltung sind vielschichtig. Die hohen Kosten für Großleinwände und die gestiegenen Sicherheitsvorkehrungen dürften eine Rolle spielen. Aldo Messner, der 2016 ein Public Viewing auf dem Obermarkt anbot, hat daraufhin aufgrund gesunkener Umsätze und Zuschauerzahlen das Handtuch geworfen. Und seien wir ehrlich, die Anstoßzeiten sind nicht gerade einladend. Deutschland spielt am 14. Juni um 19 Uhr gegen Curaçao – das könnte noch klappen. Doch die beiden folgenden Spiele am 20. Juni und 25. Juni finden erst um 22 Uhr statt! Wer will da schon um Mitternacht auf dem Obermarkt stehen?

Mit der Zeitverschiebung wird es noch schwieriger. Viele WM-Spiele werden in Deutschland spät abends oder sogar nachts übertragen. Das bedeutet, dass die Spiele der Vorrunde häufig zwischen 22 und 6 Uhr MESZ stattfinden. Wenn man dann bedenkt, dass die generelle Regelung zum Lärmschutz ab 22 Uhr greift, wird klar, dass die örtlichen Behörden in Waldeck-Frankenberg sich nicht einfach auf Public Viewing stürzen können. Jede Veranstaltung muss individuell geprüft werden. Es gibt zwar befristete Ausnahmen für Public Viewing vom 20. Mai bis 31. Juli 2026, aber es ist nicht garantiert, dass man überall die Genehmigung erhält.

Wo kann man das Spiel sehen?

In Mitteldeutschland sind dezentralisierte Public-Viewing-Angebote in Bars und Biergärten eher zu erwarten. Wer also Lust hat, ein Spiel in geselliger Runde zu verfolgen, sollte sich nach lokalen Ankündigungen umsehen. Es gibt sicherlich einige Bars oder Eventlocations, die die Spiele übertragen wollen. Allerdings müssen auch diese möglicherweise Genehmigungen einholen. Private Gartenpartys sind da ein ganz anderes Thema – die fallen nicht unter die Sonderregelung und unterliegen den regulären Immissionsschutzvorschriften. Das könnte im Nachbarhaus schon für einige Kopfschmerzen sorgen!

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Die Vorfreude auf die Spiele ist dennoch groß, und viele Fans in Waldeck-Frankenberg hoffen, dass sich doch noch die Möglichkeit ergibt, das ein oder andere Spiel gemeinsam zu verfolgen. Aber die Stille scheint vorerst zu dominieren – ein wenig wie beim Anpfiff, wenn alle den Atem anhalten. Vielleicht wird die eine oder andere Dorfgemeinschaft noch aktiv und organisiert etwas. Denn eines ist sicher: Die Leidenschaft für den Fußball schläft nie ganz.

Am Ende bleibt nur zu hoffen, dass der Fußball uns auch in diesem Jahr wieder zusammenbringt – sei es in der Festhalle oder im kleinen Kreis. Die Weltmeisterschaft hat immer das Potenzial, Herzen zu berühren und Menschen zusammenzuführen. Egal wo!