Heute ist der 27.05.2026, und während der Vogelsbergkreis sich langsam auf den Sommer vorbereitet, gab es gestern Abend ein ganz besonderes Ereignis in Lauterbach. Das „Calmus Ensemble“ trat beim Sonntagsabendkonzert der 52. Lauterbacher Pfingstmusiktage auf und verzauberte das Publikum mit ihrem Programm „Liebesleid“. Der Auftritt fand in der Stadtkirche statt – und das vor ausverkauftem Haus. Ehrlich gesagt, die Vorfreude in der Luft war fast greifbar.
Das Leipziger Vokalquintett, das schon längst eine feste Größe in der Musikszene ist, präsentierte ein eindrucksvolles Repertoire, das von der Barockzeit bis in die Gegenwart reichte. Mit einer Vielzahl an Stücken aus verschiedenen Epochen, darunter deutsche Romantik und britische Volkslieder, war für jeden Musikliebhaber etwas dabei. Der Abend begann mit der berührenden Darbietung von Tom Odells „Another Love“, arrangiert von Juan M. V. Garcia – ein Auftakt, der gleich zu Beginn die Herzen der Zuhörer berührte.
Ein Kaleidoskop der Klänge
Die Sänger des Ensembles, bestehend aus Elisabeth Mücksch (Sopran), Johanna Gröhn-Veit (Alt), Friedrich Bracks (Tenor), Jonathan Müller-Saretz (Bariton) und Michael B. Gernert (Bass), gaben ihr Bestes. Stücke wie „Da unten im Tale“ und „In stiller Nacht“ von Johannes Brahms ließen die Stille der Kirche mit ihren Klängen lebendig werden. Auch „John Anderson“ von Robert Schumann gehörte zu den Highlights des Abends. Das Publikum lauschte gebannt, als die Stimmen harmonisch durch den Raum schwebten.
Die Darbietung von John Rutters „Five Traditional Songs“, insbesondere „Dashing way with the smoothing iron“, war ein weiteres Schmankerl. Und dann die walisische Volksweise „Tra bo dau“, die einfach die Seele streichelte! Unweigerlich stellte man sich vor, wie diese Lieder in den kleinen Dörfern gesungen wurden, während die Sonne über den Hügeln unterging.
Ein großer emotionaler Bogen
Gordon Kampes „Je deviens fou“ und Johann Grabbe’s Madrigal „Lasso, perché mi fuggi“ sorgten für eine emotionale Wendung im Programm. Georg Kreisler’s Stück „Alles nicht wahr“ brachte eine Prise Humor in den Abend, während die Ballade „Es waren zwei Königskinder“ von Fritz Kreisler die Zuhörer zurück in eine andere Zeit versetzte. Man spürte förmlich die Verbindung zwischen den Musikern und dem Publikum – eine Art unsichtbares Band, das durch die Musik geknüpft wurde.
Das Finale wurde mit Leonard Cohens „Hallelujah“ gefeiert, ein Stück, das einfach dazugehört. Nach einem herzlichen Applaus gab es eine Zugabe mit dem „Nachtlied“ von Thomas M. J. Schäfer. Ein krönender Abschluss für einen unvergesslichen Abend, der noch lange in den Herzen der Zuhörer nachwirken wird.
Die 52. Lauterbacher Pfingstmusiktage haben mit diesem Konzert einmal mehr bewiesen, wie wichtig kulturelle Veranstaltungen für die Gemeinschaft sind. Musik verbindet, sie lässt uns fühlen, träumen und manchmal sogar lachen. Und so bleibt zu hoffen, dass solche außergewöhnlichen Auftritte weiterhin ein fester Bestandteil unserer kulturellen Landschaft bleiben. Vielleicht trifft man sich ja beim nächsten Konzert wieder und lässt sich erneut von den Klängen mitreißen!