Im Vogelsbergkreis hat der Delegiertentag der Kreisjugendfeuerwehr kürzlich die herausragende Bedeutung der ehrenamtlichen Feuerwehrleute in unserer Gesellschaft gewürdigt. Hier wächst nicht nur die Verantwortung aus den Reihen der Kinder und Jugendlichen, sondern auch die Stärke des Ehrenamts wird deutlich. Diese Nachwuchsarbeit ist für das gesamte gesellschaftliche Gefüge von grundlegender Bedeutung. Der Jahresbericht der Kreisjugendfeuerwehr liefert beeindruckende Zahlen: Zum 31. Dezember 2025 wurden insgesamt 67 Kindergruppen und 100 Jugendfeuerwehren erfasst, mit 638 Kindern in den Kindergruppen und 1.162 Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren.
Im Jahr 2025 traten 176 Kinder den Kindergruppen bei, und 131 wechselten in die Jugendfeuerwehren. Auch die Zahl der Jugendlichen, die neu hinzukamen, beträgt 82. Besonders erfreulich ist, dass 31 junge Menschen in die Einsatzabteilungen übernommen wurden. Diese beeindruckenden Zahlen belegen, wie wichtig die Feuerwehr-Nachwuchsarbeit ist. Sie bietet einen klaren Weg von den Kindergruppen über die Jugendfeuerwehren bis hin zu den Einsätzen, vermittelt dabei Werte wie Teamfähigkeit, Verlässlichkeit, Disziplin und gegenseitigen Respekt.
Engagement und Ausbildung
Im Berichtsjahr 2025 wurden insgesamt 9.969 Stunden ehrenamtliches Engagement in der Kreisjugendfeuerwehr geleistet, davon 4.060 Stunden in der feuerwehrtechnischen Ausbildung und Betreuung sowie weitere 5.904 Stunden für Vor- und Nachbereitungen und Fortbildungsmaßnahmen. Es ist beeindruckend zu sehen, dass trotz personeller Veränderungen die Vielzahl an Aufgaben erfolgreich weitergeführt werden konnte. Die dynamische Entwicklung im Bereich der Kinderfeuerwehren zeigt sich auch in der Einführung neuer Strukturen und Fachforen, die diesen zentralen Baustein für die Zukunft des Ehrenamts weiter stärken.
Auf landesweiter Ebene ist die Nachwuchsarbeit der Feuerwehren nicht nur eine lokale Angelegenheit. In Deutschland sind über 20.000 Feuerwehren aktiv, wovon rund 96% ehrenamtlich besetzt sind. Mehr als 110.000 ehrenamtliche Jugendleiter und Betreuer engagieren sich in der Freiwilligen Feuerwehr, um Kinder und Jugendliche in Feuerwehrtechnik, Menschenrettung, Brandbekämpfung und vorbeugendem Brandschutz auszubilden. Der demografische Wandel und veränderte Lebensverhältnisse stellen jedoch eine Herausforderung dar, die durch die Unterstützung und Förderung des Engagements von Jugendlichen adressiert werden muss.
Die Zukunft sichern
Die Deutsche Jugendfeuerwehr (DJF) hebt die entscheidende Rolle von Jugendfeuerwehren und Kindergruppen für die Zukunft des Katastrophenschutzes hervor. Es wird eine Stärkung des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) gefordert, um die Jugendverbandsarbeit zu sichern. Gleichzeitig ist es wichtig, bürokratiearme Förderprojekte für Jugendverbände zu schaffen und die Demokratieförderung in Jugendfeuerwehren auszubauen. Hierbei sind eine nicht-diskriminierende Sprache und rassismuskritische Perspektiven in der Ausbildung von großer Bedeutung, um eine inklusive und diverse Gemeinschaft zu fördern.
Die ehrenamtliche Arbeit in Freiwilligen Feuerwehren ist für die Nachwuchsarbeit von entscheidender Bedeutung. Die Anerkennung und Wertschätzung dieser Arbeit durch Beteiligung an regionalen Prozessen ist unerlässlich, um die Jugendfeuerwehr-Verbandsarbeit zu sichern und zu fördern. Insbesondere im ländlichen Raum ist der Ausbau von Bildungsangeboten und die Verbesserung der digitalen Infrastruktur notwendig, um Perspektiven für junge Menschen zu schaffen und ihre Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die Nachwuchsarbeit in der Feuerwehr nicht nur für die Sicherstellung des Katastrophenschutzes von Bedeutung ist, sondern auch für die Stärkung der Gemeinschaft und die Förderung der Werte, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Die Zukunft des Ehrenamts im Vogelsbergkreis und darüber hinaus hängt von der Unterstützung und Förderung dieser wichtigen Arbeit ab.