Im Vogelsbergkreis wird die Fachkräftesicherung mit Nachdruck vorangetrieben. Bei einem kürzlich stattgefundenen Netzwerktreffen, an dem rund 20 Vertreter aus Handwerk, Bildungswesen und Schulen teilnahmen, äußerte sich Landrat Dr. Jens Mischak positiv über das große Interesse an diesem wichtigen Thema. Trotz einer niedrigen Arbeitslosenquote und bereits erfolgreicher Projekte zur Fachkräftesicherung warnte Dr. Mischak jedoch vor Selbstzufriedenheit und betonte, dass die Herausforderungen weiterhin bestehen.

Die Bedeutung der frühzeitigen Auseinandersetzung mit der Fachkräftesicherung wurde auch von Michael Beck, dem Vorsitzenden der Arbeitsagentur Gießen, hervorgehoben. Um die interne Weiterbildung zu fördern, stellte Daniel Bongartz, Weiterbildungskoordinator des Technologie- und Innovationszentrums Gießen, das Projekt „Trio für Weiterbildung“ vor. Hierbei werden Mitarbeiter zu Weiterbildungsmentoren qualifiziert, die ihre Kollegen motivieren und informieren sollen, um in kleinen und mittleren Unternehmen effektive Weiterbildungsstrukturen zu schaffen. Die Teilnahme an diesem Projekt ist kostenfrei.

Innovative Ansätze zur Fachkräftesicherung

Ein weiteres spannendes Thema, das während des Treffens besprochen wurde, ist der geplante „DUOday“. Dieser Aktionstag, der im Jahr 2027 im Vogelsbergkreis stattfinden soll, gibt Menschen mit Beeinträchtigungen die Möglichkeit, in Unternehmen hineinzuschnuppern. Ziel ist es, das Potenzial dieser Menschen zu erkennen und ihnen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen. Dr. Mischak unterstrich die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Bildungsträgern zur Sicherung des Fachkräfteangebots.

Die bundesweiten INQA-Aktionswochen zur Fachkräftesicherung, die vom 14. bis 27. September 2026 stattfinden, bieten eine weitere Plattform zur Sichtbarmachung von Veranstaltungen in diesem Bereich. Unternehmen, Institutionen und Netzwerke sind eingeladen, Themen wie Ausbildungs- oder Berufsmessen sowie die Integration internationaler Fachkräfte zu behandeln. Dies geschieht vor dem Hintergrund, die wirtschaftliche Stärke Deutschlands angesichts des demografischen Wandels langfristig zu sichern.

Chancen für alle Gruppen

Wichtige Aspekte der Aktionswochen sind die Förderung von Talenten, die Stärkung der Weiterbildung sowie die Schaffung von Chancen für verschiedene Gruppen – seien es Jugendliche, Arbeitslose, Eltern oder Menschen mit Behinderungen. Die Bundesregierung hat im Herbst 2022 eine neue Fachkräftestrategie verabschiedet, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Diese Strategie zielt darauf ab, die Erwerbsbeteiligung von Frauen, älteren Personen und Geflüchteten zu erhöhen. Die Integration von Fachkräften aus dem Ausland soll zudem erleichtert werden.

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Besonders hervorzuheben ist das Potenzial von Menschen mit Migrationshintergrund, das durch gezielte Unterstützung in Ausbildung und Beschäftigung gefördert werden soll. Das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ zählt über 3.900 Mitglieder und hilft dabei, geflüchtete Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterstützung der erwerbsfähigen Menschen mit Behinderungen, von denen viele gut qualifiziert sind und gerne arbeiten möchten.

Der Vogelsbergkreis zeigt mit seiner Initiative zur Fachkräftesicherung, dass er die Herausforderungen aktiv angeht und Chancen für alle Gruppen schafft. Nur durch eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure vor Ort kann die Fachkräftesicherung nachhaltig gesichert werden.