Mary Ingalls, die ältere Schwester der berühmten Autorin Laura Ingalls Wilder, ist eine faszinierende Figur, die sowohl in der Literatur als auch in der Fernsehserie „Unsere kleine Farm“ von Melissa Sue Anderson lebendig wird. Ihre Geschichte ist geprägt von Herausforderungen und einem unerschütterlichen Lebenswillen, der auch heute noch viele inspiriert. Mary wurde am 10. Januar 1865 in Pepin County, Wisconsin, geboren und verlor im Alter von 14 Jahren ihr Augenlicht. Die Erblindung, die in der Serie als Folge einer verschleppten Scharlach-Erkrankung dargestellt wird, war historisch gesehen wahrscheinlich das Resultat einer Hirnhautentzündung. Trotz dieser schweren Schicksalsschläge lebte Mary bis zu ihrem Tod im Jahr 1928 ohne Augenlicht und zeigte bemerkenswerte Resilienz.
In der Serie wird Mary als starkes, kluges und pflichtbewusstes Mädchen dargestellt, das ihre Lebensumstände akzeptiert und aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft arbeitet. Sie lernt an einer Blindenschule Braille und entwickelt neue Perspektiven für ihr Leben. Dort trifft sie Adam Kendall, der ebenfalls sehbeeinträchtigt ist, und gemeinsam gründen sie eine Blindenschule. Marys Lebensweg war jedoch nicht nur von Erfolgen geprägt: In der Serie erleidet sie eine Fehlgeburt und verliert einen Sohn bei einem Brand. Solche dramatischen Wendungen spiegeln die Herausforderungen wider, die viele Menschen mit Behinderungen im 19. Jahrhundert bewältigen mussten.
Die wahre Geschichte hinter der Serie
Die Erlebnisse von Mary Ingalls sind nicht nur eine fiktive Erzählung, sondern basieren auf den autobiografischen Büchern von Laura Ingalls Wilder. Diese Werke schildern das Leben der Pionierfamilie Ingalls im 19. Jahrhundert und bieten Einblicke in den Alltag mit fünf Kindern. Mary, die nie geheiratet hat und keine Kinder hatte, lebte nach ihrer Ausbildung am Iowa College for the Blind bei ihrer Familie, später bei ihrer Schwester Carrie Ingalls Swanzey in De Smet, South Dakota. Trotz ihrer Blindheit war sie für ihre geschickte Handarbeit bekannt und entblößte damit die Vorurteile und Herausforderungen, mit denen Menschen mit Sehbehinderungen konfrontiert waren.
Mary Ingalls starb im Alter von 63 Jahren an einer Lungenentzündung und wurde auf dem De Smet Cemetery neben ihren Eltern und Schwestern beigesetzt. Ihr Vermächtnis lebt weiter, denn ihre Geschichte sensibilisierte die Gesellschaft für die Herausforderungen, die Menschen mit Sehbehinderungen im 19. Jahrhundert hatten. Die Darstellung ihrer Figur in „Unsere kleine Farm“ hat dazu beigetragen, diese Themen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und die Widerstandskraft und innere Stärke von Menschen wie Mary zu würdigen.