Im Herzen des Vogelsbergkreises steht der Baufachberater Andreas Ruhl, ein Mann mit einem beeindruckenden Lebenslauf. Als Baufachberater beim Technischen Hilfswerk (THW) hat er die Fähigkeit, die Standsicherheit von Gebäuden zu bewerten – eine Fähigkeit, die besonders in Krisenzeiten gefragt ist. Ruhl, der in Alsfeld das Familienunternehmen Natursteinwerk Ruhl leitet, hat eine Steinmetzausbildung sowie ein Bauingenieurstudium in Darmstadt absolviert. Mit einem Team von acht Mitarbeitern sorgt er dafür, dass der Naturstein in der Region auch weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Doch wenn der Alarm des THW läutet, ist es für ihn Zeit, die Werkzeuge beiseite zu legen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Vor nicht allzu langer Zeit war Ruhl bei einem Brand in den Produktionshallen der Firma Boomex in Alsfeld im Einsatz. Ein Vorfall, der kurz vor dem Jahreswechsel stattfand und der seine Fähigkeiten auf die Probe stellte. Bei solchen Einsätzen ist es entscheidend, schnell zu handeln. Ruhl analysiert vor Ort die Konstruktion und das Schadensbild ohne Pläne oder detaillierte Berechnungen. Seine Entscheidungen basieren auf dem, was er sieht und erlebt. Und das ist oft nicht wenig, denn Stahl verliert unter Hitze schnell seine Stabilität, während andere Materialien wie Beton und Holz mehr Zeit benötigen. Er war zudem bei verschiedenen Einsätzen wie der Explosion eines Gastanks in Ruhlkirchen und der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal gefragt. Da kann es schon mal zu unvorhergesehenen Situationen kommen, die eine schnelle Lageerkundung erfordern.

Die Rolle des Baufachberaters

Die Aufgabe von Baufachberatern wie Ruhl ist es, die Einsatzleitungen und -kräfte zu beraten, wenn es um geschädigte Gebäude geht. Es geht nicht nur darum, die Statik zu beurteilen, sondern auch um Taktiken für Ortungs-, Rettungs- und Abstützaufgaben. Bei einem Einsatz in Goch, wo eine Lagerhalle brannte, kam Ruhl ebenfalls zum Zug. Nach einer kurzen Lagebesprechung mit der örtlichen Führungsstelle stellte sich heraus, dass keine weiteren Maßnahmen erforderlich waren. Ein gutes Gefühl, wenn man so schnell helfen kann, oder? Die Rücksprache mit der Einsatzleitung war entscheidend, denn sie zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit bei solchen Einsätzen ist.

Doch das THW ist mehr als nur eine Einsatzorganisation. Es ist eine Gemeinschaft von Ehrenamtlichen, die sich in den Dienst der Gesellschaft stellt. Die Baufachberater werden nicht nur aufgrund ihrer Qualifikationen, sondern auch wegen ihrer Erfahrung und Kameradschaft geschätzt. Ruhl ist seit 2010 beim THW, seit 2017 als Baufachberater tätig und hat durch sein Engagement viele wichtige Entscheidungen getroffen. In der Ausbildung zum Baufachberater wird nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern auch praktische Erfahrung gesammelt. Die regelmäßigen Fortbildungen sorgen dafür, dass die Berater immer auf dem neuesten Stand der Technik sind.

Ein Ehrenamt mit Verantwortung

Die Verantwortung, die auf den Schultern der Baufachberater lastet, ist nicht zu unterschätzen. Sie müssen in der Lage sein, Gefahren für die Einsatzkräfte abzuschätzen und Entscheidungen zu treffen, die über Leben und Tod entscheiden können. Mindestens zwei Baufachberater werden bei einem Gebäudeeinsturz empfohlen, um die Sicherheit bestmöglich zu gewährleisten. Das zeigt, wie umfangreich der Aufgabenbereich ist. Ruhl selbst betont die Bedeutung von Kameradschaft und Gemeinsinn in der Dorfgemeinschaft – Werte, die gerade in Krisenzeiten unverzichtbar sind.

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Insgesamt sind die Baufachberater wie Ruhl ein unverzichtbarer Teil des THW und der gesamten Gesellschaft. Sie stehen bereit, wann immer es brennt – im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Und während sie oft im Hintergrund arbeiten, sind ihre Entscheidungen von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit der Menschen in der Region.