Ein großes Licht ist erloschen – Richard Rode, ein Unternehmer mit Visionen, ist im Alter von 83 Jahren in Kassel gestorben. Geboren in Northeim, hat er in seiner Zeit im Schwalm-Eder-Kreis unvergessliche Spuren hinterlassen. Man könnte sagen, er war ein Macher, jemand, der nie vor großen Ideen zurückschreckte.
Besonders bekannt wurde er für seine außergewöhnlichen Projekte in Ziegenhain und Borken. Als gelernter Maurer und Bautechniker entdeckte er früh seine unternehmerische Ader. 1987 kam der entscheidende Schritt: Der Kauf des ehemaligen Landmaschinenhandels Helwig in Ziegenhain. Hier nahm die Idee des „Bierparks Chinadorf“ Formen an, der erste chinesische Wirtschafts-, Kultur- und Freizeitpark in Deutschland. Das Areal umfasste stolze 100.000 Quadratmeter – eine wahre Spielwiese für seine Ideen.
Der Chinapark und seine Visionen
Der Chinapark, wie er später bekannt wurde, war ein faszinierendes Projekt. Nachbauten der Chinesischen Mauer, eine Teichanlage, Künstlerappartements, Imbissstände und sogar ein Peking-Ente-Restaurant – alles war Teil dieser Vision. Ein Tempel, Souvenirläden und ein Rikscha-Bahnhof fanden ebenfalls ihren Platz. Die chinesische Wirtschaftsmesse von 1989, die ursprünglich in Frankfurt geplant war, fand dort statt und zog viele Besucher an.
Leider endete die Ära des Chinaparks 1992 mit einem Insolvenzverfahren, die Kreissparkasse war der Hauptgläubiger. Dies war sicherlich ein harter Schlag für Rode, doch er ließ sich nicht entmutigen. Zuvor lebte er mit seiner Familie im Schloss Sickendorf im Vogelsberg, wo er Flohmärkte ins Leben rief – eine Premiere in Deutschland. Dieses Engagement führte ihn auf den Weg, auch Antiquitätenmessen zu organisieren und ein Gefühl für das zu entwickeln, was Menschen zusammenbringt.
Ein Leben voller Herausforderungen und Erfolge
Mitte der 1990er Jahre kaufte er das Gelände des Alten Kraftwerks in Borken. Hier stellte er einen Großflohmarkt auf die Beine und einen Seniorenfreizeit- sowie Musikpark. 2015 ließ seine Idee eines Seniorenfreizeitparks in der Presse aufhorchen, und seine Pläne fanden großes Interesse. Doch auch hier war das Schicksal nicht immer auf seiner Seite. Nach Unstimmigkeiten mit der Stadt Borken und dem Landkreis bot er 2016 das Kraftwerk zum Verkauf an.
Seine letzten Jahre verbrachte Richard Rode mit seiner Frau Cornelia in Kassel-Sandershausen. Gemeinsam hatten sie drei Kinder und acht Enkelkinder, die sicher viele Geschichten über ihren kreativen und unermüdlichen Vater und Großvater erzählen können. Ein Mann, der es verstand, Visionen in die Realität umzusetzen, auch wenn das Leben ihm manchmal Steine in den Weg legte.
Die Bedeutung von Freizeitparks im ländlichen Raum
Sein Engagement für Freizeitprojekte hat eine wichtige Diskussion angestoßen, die bis heute relevant ist. Am 6. Mai 2026 findet eine öffentliche Anhörung des Ausschusses für Tourismus im Paul-Löbe-Haus in Berlin statt. Dort wird die Rolle von Freizeiteinrichtungen im ländlichen Tourismus und der regionalen Wirtschaft erörtert. Manuela Stone, Geschäftsführerin des Legoland Deutschland Resorts, betont die Bedeutung solcher Einrichtungen als tragende Säule des Deutschlandtourismus. Freizeitparks ziehen jährlich rund 78 Millionen Gäste an und fördern die regionale Wertschöpfung durch Nachfrage nach Übernachtungen, Gastronomie und Dienstleistungen.
Das Erbe von Richard Rode lebt in diesen Diskussionen weiter. Seine Visionen für Freizeitangebote und kulturelle Begegnungsstätten sind ein Teil dessen, was ländliche Regionen stark macht. Sie schaffen nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Orte der Begegnung und des Erlebens. Wenn wir an Richard Rode denken, denken wir an einen Pionier, der für seine Ideen gekämpft hat und uns lehrt, dass es nie zu spät ist, große Träume zu verfolgen.