Im Main-Taunus-Kreis wird das Thema psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen immer dringlicher. Marianne Jung, die seit zwölf Jahren beim Frankfurter Kinder- und Jugendtelefon tätig ist, kennt die Herausforderungen nur zu gut. Das Kinder- und Jugendtelefon ist eine wichtige Anlaufstelle für junge Menschen, die mit Problemen wie Mobbing, Panikattacken, Liebeskummer oder Essstörungen kämpfen. Die „Nummer gegen Kummer“ (116111) ist oft der erste Kontakt für verzweifelte Schüler, die in schwierigen Lebenslagen Unterstützung suchen. Und das Hessische Kultusministerium hat das erkannt – mit einer intensiven Kooperation, um die psychische Gesundheit von Schülern zu fördern.

Minister Armin Schwarz (CDU) hat das Wort ergriffen und die wachsenden Belastungen für junge Menschen betont. Die Zahl der Schulpsychologen wurde erhöht, um mehr persönliche Beratung vor Ort zu ermöglichen. Das ist dringend nötig, denn rund 20% der Schüler klagen über psychische Belastungen, und viele leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie. Tanja Nieder-Seiberth von der Koordinationsstelle Psychische Gesundheit berichtet von Zukunftsängsten und dem Einfluss von Social Media auf die Jugendlichen. Die Zeiten sind nicht einfach, das merkt man. Schülersprecherin Xhenisa Sata hat die hohen Erwartungen von Lehrern und Mitschülern angesprochen, die viele als drückend empfinden. Jonathan Schnaus von der Landesschülervertretung ermutigt dazu, frühzeitig Hilfe zu suchen. Es gibt also eine Menge an Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt!

Die Auswirkungen der Pandemie

Die COVID-19-Pandemie hat die Situation nicht gerade erleichtert. Der Abschlussbericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMA) „Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona“ hat einige alarmierende Ergebnisse hervorgebracht. Am 8. Februar 2023 stellte Bundesjugendministerin Lisa Paus fest, dass 73 Prozent der jungen Menschen unter Stress leiden, verursacht durch die Einschränkungen während der Pandemie. Besonders betroffen sind Kinder aus ärmeren Familien, Alleinerziehende und solche mit psychisch belasteten Eltern. Das sind nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung!

Die IMA hat konkrete Empfehlungen zur Stärkung der mentalen Gesundheit erarbeitet, etwa die Einführung von Mental Health Coaches an Schulen ab dem kommenden Schuljahr. Man muss einfach handeln. Gesundheit und Wohlbefinden müssen in Schulen stärker berücksichtigt werden, das fordern auch Bildungspolitiker wie Astrid-Sabine Busse aus Berlin. Und in Kelkheim? Hier gibt es bereits eine AG Achtsamkeit und Einheiten für „Soziales Lernen“ für Schüler der fünften bis zehnten Jahrgangsstufe. Es tut sich was, das ist ermutigend!

Unterstützung und Aufklärung

Das Kinder- und Jugendtelefon bleibt dabei eine zentrale Anlaufstelle. Die Beratungsstelle ist kostenlos, anonym und kann über Telefon, Chat und E-Mail erreicht werden. Viele der Berater sind ehemalige Lehrer, die ein offenes Ohr haben und gemeinsam mit den Jugendlichen an Lösungen arbeiten. Das ist ganz wichtig, denn die Jugendlichen brauchen jemanden, der sie versteht. Alle hessischen Schulen erhalten Informationspakete mit Plakaten und Stickern zur Förderung der Angebote wie die „Nummer gegen Kummer“. Das ist eine schöne Initiative, die hoffentlich viele erreicht!

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Die jüngsten Studien zeigen auch die positiven und negativen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf die seelische Gesundheit. Etwa die Hälfte der Schüler berichtete von positiven Veränderungen in ihren sozialen Beziehungen, während ein Drittel von Verschlechterungen in ihrer seelischen Gesundheit und den schulischen Leistungen sprach. Das ist ein Gemisch aus Licht und Schatten, das zeigt, wie komplex die Situation ist. Zukünftige Forschungen sollten sich mit den Langzeitfolgen der Pandemie auf die Entwicklung junger Menschen auseinandersetzen. Es bleibt spannend, wie sich die Landschaft der Unterstützung und der psychischen Gesundheit weiterentwickeln wird.