Heute ist der 5.06.2026 und in der Stadt Hofheim, im malerischen Main-Taunus-Kreis, brodelt es. Die Finanzlage der Stadt sieht alles andere als rosig aus. Bürgermeister Wilhelm Schultze (BfH) hat die bittere Nachricht verkündet: Für das Haushaltsjahr 2026 werden fünf Millionen Euro weniger in die Stadtkasse fließen. Das ist ein herber Schlag, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Hauptursache in den rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen zu finden ist.
Ein ansässiges Unternehmen hat angekündigt, dass es voraussichtlich drei Millionen Euro weniger Gewerbesteuer zahlen wird. Diese Entwicklung ist nicht nur eine momentane Herausforderung, sondern scheint auch eine langfristige Tendenz zu sein, die uns in den kommenden Jahren begleiten wird. Hessens Finanzminister Alexander Lorz (CDU) hat bereits auf die Krisen verwiesen, die die Steuereinnahmen der Kommunen negativ beeinflussen. Das lässt einen schon ein wenig ratlos zurück – wie soll man da noch planen?
Liquidität und Vorschläge zur Verbesserung
Im Ausschuss zur Liquiditätsverbesserung wurden einige Vorschläge präsentiert, unter anderem der Verkauf von Immobilien. Kämmerer Schultze warnt allerdings eindringlich, dass solche Verkäufe lediglich kurzfristige Liquidität bringen und die strukturellen Probleme nicht lösen können. Ein Nachtragshaushalt für 2026 ist derzeit nicht notwendig, da das Minus von fünf Millionen Euro unter der Schwelle von zehn Prozent liegt. Das hat zwar einen gewissen positiven Nachgeschmack, aber es bleibt ein mulmiges Gefühl, wenn man die schlechte finanzielle Lage, die im Finanzstatusbericht für das vierte Quartal 2025 dokumentiert ist, betrachtet.
Die Gewerbesteuerrückzahlungen wurden später als üblich geleistet – rechtlich ist das in Ordnung, aber es bleibt fraglich, ob das den Bürgern oder der Verwaltung wirklich hilft. Positives gibt es dennoch: Hofheim erhält elf Millionen Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur-Investitionen. In diesem Zusammenhang hat Baris Agus (Linke) den Vorschlag zur Bürgerbeteiligung bei der Verwendung dieser Gelder eingebracht. Das könnte frischen Wind in die Entscheidungen bringen und die Bevölkerung stärker einbeziehen.
Die Herausforderung der kommunalen Finanzen
Die Situation in Hofheim ist kein Einzelfall. Laut dem „Kommunalen Finanzreport 2025“ der Bertelsmann Stiftung ist die Finanzlage der Kommunen in Deutschland 2024 flächendeckend eingebrochen. Die Steuereinnahmen stagnieren aufgrund einer schwachen Konjunktur, während wichtige Ausgabeposten wie Personal, Sachaufwand und Soziales ungebremst wachsen. Kommunen sind schließlich für die Infrastrukturen verantwortlich, die unsere Lebensqualität prägen. Doch der Investitionsrückstand wächst weiter, und die hohen Inflationsraten in der Baubranche drücken zusätzlich auf die Ausgaben.
Die Diskussion über mögliche Reformen ist in vollem Gange. Vorschläge zur Anpassung der Steuerverteilung zwischen den verschiedenen Ebenen des Bundesstaates und zur Reform der kommunalen Gewerbesteuer stehen im Raum. Hierbei könnte die Einführung eines Ausschusses des Bundesrates zur Einhaltung des Konnexitätsprinzips eine Rolle spielen. Da ist viel Bewegung in der Luft, und die Frage bleibt: Wie wird Hofheim in dieser turbulenten Zeit bestehen können?