Hinter dem Spiegel: Fotografische Geschichten von Familie und Natur im Main-Taunus-Kreis
Heute ist der 18.07.2026 und der Main-Taunus-Kreis hat Grund zur Freude. Im Stadtmuseum Hofheim erstrahlt die Ausstellung „Hinter dem Spiegel“ und bringt die faszinierende Welt der Fotografie mit einem besonderen Fokus auf Familie und Landschaft näher. Sie vereint neun talentierte Künstler, die mit ihren einzigartigen Perspektiven Geschichten erzählen, die uns alle berühren.
Ein Highlight der Ausstellung ist Reyhan Kolosoglu, die intime Porträts ihres Vaters zeigt. Da wird einem ganz warm ums Herz, wenn man die tiefen Verbindungen zwischen den beiden spürt. Alexander Meyer hingegen wirft einen Blick auf eine prekäre Vater-Sohn-Beziehung, die zum Nachdenken anregt. Die Thematik ist so nah an uns, dass man sich fragt, wie es bei einem selbst aussieht.
Künstlerische Vielfalt und technische Finesse
Jette Held überrascht mit Fotogrammen, die im Mondlicht belichtet wurden und sich auf eine lokale Sage beziehen. Das hat etwas Magisches, fast Mystisches. Anika Spereiter thematisiert in ihrem Werk „Hier und da“ den scharfen Kontrast zwischen einem Märchenwald und der Realität der Naturzerstörung. Das lässt einen innehalten und darüber nachdenken, was wir mit unserer Umwelt anstellen.
Die Selbstporträts von Cenney Höhn, die einen Spiegel in der Natur verwenden, sind ein Spiel mit Reflexionen – im wahrsten Sinne des Wortes. Jule Ehlenz nutzt die Doppelbelichtungstechnik für durchscheinende Aktdarstellungen, die sowohl anziehend als auch nachdenklich stimmen. Alime Ertürk inszeniert Familienfotos mit handschriftlichen Notizen neu, während Daniela Duckwitz Collagen aus Familienbildern erstellt, die oft nur die Rückseiten zeigen. Hier wird die Vergangenheit lebendig, aber auch geheimnisvoll.
Und dann gibt es noch Zexuan Zeng, der mit seinem Projekt „How to cross the strait“ die Küste als Staatsgrenze einfängt. Seine Fotografien laden dazu ein, über die Themen Flucht und Bewegung nachzudenken – eine Thematik, die auch heute noch von brennender Aktualität ist.
Der Marta Hoepffner-Preis: Ein Zeichen der Anerkennung
In diesem Jahr wurde Daniela Duckwitz als erste Siegerin des Marta Hoepffner-Preises ausgezeichnet, der mit 3.000 Euro dotiert ist. Zexuan Zeng erhielt ebenfalls diesen Preis, und beide Künstler überzeugten die Jury mit ihren Arbeiten, die Fotografie als Erinnerungsmedium nutzen. Die Jury, bestehend aus Kuratoren, Journalisten und Fotografen, fand die Arbeiten zum Thema „Hinter dem Spiegel“ besonders auszeichnungswürdig.
Das Preisgeld wird von der Gingko Foundation bereitgestellt, die von Udo Behrenwaldt im Jahr 2002 gegründet wurde. Ein weiteres Zeichen für die Wertschätzung der Kunst ist der Katalog zur Ausstellung, der für 18 Euro erhältlich ist. Wer sich für die vorangegangenen Jahre interessiert, kann Vorjahreskataloge im Bündel für 50 Euro erwerben. Ein echtes Schnäppchen!
Die Ausstellung läuft bis zum 30. August und bietet nicht nur einen Blick auf die neuesten Arbeiten, sondern auch auf frühere Gewinner des Preises – eine wahre Zeitreise durch die Fotografie der letzten 25 Jahre. Der Vorstand der Marta Hoepffner-Gesellschaft hat beschlossen, ein zweites Preisgeld in gleicher Höhe zu stiften, was die Bedeutung dieses Wettbewerbs nur unterstreicht.
In Hofheim wird nicht nur Kunst präsentiert, sondern auch ein Stück Geschichte erzählt, das uns alle betrifft. Ein Besuch in der Ausstellung ist also nicht nur für Fotografie-Liebhaber ein Muss, sondern für jeden, der sich für die Geschichten hinter den Bildern interessiert. Wenn man durch die Räume schlendert, spürt man die Leidenschaft und das Engagement der Künstler – das ist Kunst, die lebt!
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