E-Scooter vs. Fußgänger: Ein Unfall und die Suche nach Lösungen in Langenselbold
Heute ist der 30.06.2026, und in Langenselbold brodelt es. Ein Vorfall, der die Gemüter erhitzt, ereignete sich kürzlich zwischen einem E-Scooterfahrer und einem 87-jährigen Fußgänger. Der ältere Herr erlitt bei dem Zusammenstoß einen Oberschenkelbruch – eine ernsthafte Verletzung, die nicht nur seine Mobilität, sondern auch sein Leben gehörig durcheinanderwirbelt. Der E-Scooterfahrer, nach der Kollision zunächst geflüchtet, stellte sich später der Polizei. Das wirft Fragen auf, und nicht nur darüber, wie wir in Zukunft sicher durch unsere Stadt kommen.
Die Diskussion um die Nutzung von E-Scootern und Fahrrädern auf dem kombinierten Rad- und Gehweg in der Gründauaue ist entbrannt! Bürgermeister Wolfgang Rittershauß von der SPD hat sich bereits in der Stadtverordnetenversammlung geäußert. Klar ist, dass ein generelles Verbot für diese Verkehrsmittel rechtlich nicht umsetzbar ist. Dennoch gibt es hinweisende Schilder, die zum Absteigen auffordern – allerdings mit rein empfehlendem Charakter. Ob das wirklich etwas bewirken kann, ist fraglich.
Radweg für 240.000 Euro – Ein Schritt in die richtige Richtung?
Um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen, plant die Stadtverwaltung eine Neuordnung der Wegeführung in der Gründauaue. Ein separater Radweg entlang der Häuser am Mozartring soll für mehr Sicherheit sorgen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 240.000 Euro, und die Stadt hofft auf eine Förderung von rund 160.000 Euro durch das Land Hessen und den Main-Kinzig-Kreis. Die Entscheidung, diesen Radweg zu bauen, wurde mit der Mehrheit des Selbolder Stadtbündnisses – bestehend aus SPD, Grünen, FDP, FW und der Linken – getroffen. FDP-Abgeordneter Christof Sack hat jedoch Bedenken geäußert, denn die Stadt kämpft mit einem Haushaltsdefizit von 5,3 Millionen Euro. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, so scheint es.
Doch die Stadtverwaltung nimmt die Anliegen der Bürger ernst und plant Sensibilisierungs- und Präventionsmaßnahmen. Es ist wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer – ob zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem E-Scooter – respektvoll miteinander umgehen. Schließlich wollen wir alle sicher an unser Ziel gelangen, ohne dass es zu gefährlichen Situationen kommt.
Ein Blick in die Zukunft
Die Gründauaue ist Teil der überörtlichen Radwegroute „Ysenburgroute des Regionalparks Rhein Main“. Da ist es nur logisch, dass die Stadt die Wege für Radfahrer und Fußgänger sicherer gestalten möchte. Aber wird das wirklich ausreichen? Die Diskussion ist damit längst nicht beendet. Die Bürger sind gefordert, ihre Meinung einzubringen und aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung mitzuwirken. Denn nur gemeinsam kann eine Lösung gefunden werden, die für alle funktioniert. Anders als bei der letzten Stadtverordnetenversammlung, wo der Vorfall mehr Fragen als Antworten aufwarf, bleibt die Hoffnung, dass künftige Maßnahmen wirklich greifen und das Miteinander auf den Wegen verbessern.
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