Am 27.06.2026 werfen wir einen Blick auf die aufstrebenden Talente im Kreis Limburg-Weilburg, die sich in einer Welt bewegen, die oft zu wenig Beachtung findet: die Schiedsrichter. Maximilian Gohla, mit seinen zarten 14 Jahren, ist einer von ihnen. Seit August 2025 pfeift er für den TSV Heringen und bringt frischen Wind auf den Platz. Die Inspiration für seine Schiedsrichtertätigkeit hat er von seinem Vater, der in seiner Jugend ebenfalls die Pfeife schwang. Ein schöner Erbe, wenn man bedenkt, wie viel Verantwortung und Freude in diesem Job stecken.

Maximilian genießt es, Fußballspiele zu leiten. Es ist nicht nur ein Job für ihn, sondern eine Leidenschaft. Sein erstes Spiel in Niederhadamar wird er nie vergessen, ebenso wie die erste Rote Karte, die er bei einem spannenden Match zwischen dem JFV Dietkirchen/Offheim und Alemannia Nied zeigte. Sein erster Einsatz als Linienrichter beim FV Biebrich bleibt ebenfalls in guter Erinnerung. Diese Erlebnisse haben ihn geprägt und ihm geholfen, selbstbewusster und ruhiger zu werden. Es ist interessant zu hören, wie er die Herausforderung sieht: „Kein Spiel ist wie das andere“, sagt er. Das macht das Pfeifen für ihn spannend und abwechslungsreich!

Herausforderungen im Schiedsrichterwesen

Doch die Welt der Schiedsrichter steht vor einigen Herausforderungen. Der Großteil der Schiedsrichtergemeinschaft sieht die Nachwuchsgewinnung als ein drängendes Problem – und das ist nicht unbegründet. Im Sportentwicklungsbericht 2020–2022 wird klar, dass die Altersstruktur der Schiedsrichter überaltert ist, mit nur 1 % unter 18 Jahren. Die Mehrheit liegt über 40. Junge Menschen wie Maximilian sind eine seltene Spezies. Viele der jüngeren Engagierten stellen ihre Tätigkeit oft aufgrund von Zeitmangel infrage. Ein Teufelskreis, der den Spielbetrieb und das soziale Gefüge im Vereinssport gefährdet.

Um dem entgegenzuwirken, ist es notwendig, die Ausbildungsformate zu modernisieren und junge Menschen anzusprechen. Begleitung und das Gefühl, gesehen und gebraucht zu werden, sind entscheidend. Bildung bietet Chancen zur Qualifikation, was für die Bindung junger Schiedsrichter:innen von großer Bedeutung ist. Maximilian hat sich durch seine Tätigkeit nicht nur persönlich weiterentwickelt, sondern könnte auch als Vorbild für andere junge Talente fungieren, die das Schiedsrichterwesen in Zukunft bereichern könnten.

Die Rolle des Bayerischen Fußball-Verbandes

Die Verantwortung der Schiedsrichter erstreckt sich über die ordnungsgemäße Durchführung von Fußballspielen, die vom Bayerischen Fußball-Verband e.V. (BFV) zugewiesen werden. Maximilian und seine Kollegen müssen nicht nur pfeifen, sondern auch die organisatorische Abwicklung im Blick behalten. Zudem obliegt es ihnen, an Weiterbildungsabenden teilzunehmen. Interessanterweise findet der Großteil der Spiele in Wohnortnähe statt – ein Vorteil für junge Schiedsrichter, die sich nicht zu weit von zu Hause entfernen müssen.

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Die Ausbildung zum Schiedsrichter ist zudem kostengünstig, was es Jugendlichen erleichtert, diesen Weg einzuschlagen. Für etwa 50 Euro erhalten sie nicht nur einen Lehrgang, sondern auch eine Erstausrüstung im Wert von 150 Euro. Unterstützung gibt es auch von erfahrenen Schiedsrichtern, die als Paten fungieren und wertvolle Tipps geben. Und das Beste? Maximilian und seine Kollegen sind während ihrer Einsätze versichert, was ihnen Sicherheit gibt, während sie die Entscheidungen auf dem Platz treffen.

In einer Zeit, in der Ehrenamtlichkeit oft auf der Kippe steht, ist es wichtig, dass wir junge Talente wie Maximilian fördern und ihnen die nötige Unterstützung bieten. Der Weg ist noch lang, aber mit Engagement und den richtigen Rahmenbedingungen könnte es gelingen, die Schiedsrichterlandschaft zu revitalisieren und neue Generationen von Schiedsrichtern ins Spiel zu bringen.

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