Wochenendrebellen: Eine Reise durch Fußball und Familie
Der Film „Wochenendrebellen“ hat am 28. September 2023 in den deutschen Kinos Premiere gefeiert und ist seit dem 13. Juli 2026 auch im Ersten sowie in der ARD-Mediathek verfügbar. Die Tragikomödie basiert auf der wahren Geschichte von Mirco von Juterczenka und seinem autistischen Sohn Jason, die gemeinsam die deutsche Fußballlandschaft durchstreifen. Man könnte sagen, es ist eine Reise voller Emotionen, Herausforderungen und ganz viel Herz. Regie führte Marc Rothemund, während das Drehbuch von Richard Kropf stammt und auf der Autobiografie „Wir Wochenendrebellen“ basiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Fast 969.000 Besucher und ein Einspielergebnis von 8,7 Millionen Euro sprechen für sich.
Die Hauptfigur Mirco wird von Florian David Fitz verkörpert, während Jason von Cecilio Andresen gespielt wird. Zusammen mit Aylin Tezel (Fatime) und Joachim Krol (Gerd) gibt das Ensemble der Geschichte eine lebendige Stimme. Die Handlung dreht sich um Jasons Suche nach seinem Lieblingsverein, während er mit seinem Vater an den Wochenenden die deutschen Fußballstadien besucht. Diese Touren sind nicht nur eine leidenschaftliche Suche nach dem perfekten Team, sondern auch eine Möglichkeit für Jason, sich in seiner Welt zu entfalten, die für ihn durch seine Autismusdiagnose im Alter von vier Jahren geprägt ist.
Ein Blick hinter die Kulissen
Die Geschichte der beiden begann 2012, als Mirco (oder wie er von seinen Freunden genannt wird, Papsi) einen Blog startete, um Jason zu helfen, seinen Lieblingsverein zu finden. Damals war Jason erst sechs Jahre alt. Der Blog „Der Wochenendrebell – Groundhopping mit Asperger“ wurde schnell zu einer Plattform, auf der sie ihre Erlebnisse teilten und die Herausforderungen des Lebens mit Autismus dokumentierten. Neben dem Fußball hat Jason auch eine Leidenschaft für Astrophysik und Umweltschutz entwickelt – ein echter Alleskönner!
Die Familie hat nicht nur zwei Bücher veröffentlicht – „Wir Wochenendrebellen“ und die Fortsetzung „Chaos auf Augenhöhe“ –, sondern auch über 60.000 Euro für die well:fair – Neven Subotic Stiftung gesammelt, die sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser in Ostafrika einsetzt. Mirco und Jason haben sich bei ihren Lesungen und Premieren nicht nur mit anderen Menschen über ihre Erfahrungen ausgetauscht, sondern auch die Verantwortung gegenüber der autistischen Community betont. Es ist eine berührende Reise, die viele inspiriert und zeigt, wie tief die Bindung zwischen Vater und Sohn ist.
Ein neues Kapitel im Kino
Die Filmadaption von Mircos und Jasons Geschichte hat viele Menschen berührt und zum Nachdenken angeregt. Man fragt sich, wie es ist, als Familie mit Autismus umzugehen und gleichzeitig eine Leidenschaft für etwas zu teilen, das für viele so normal erscheint – den Fußball. Die beiden haben auch über ihre Erfahrungen bei den Premieren gesprochen und die Herausforderungen, die Jason als Autist bewältigen muss. Mirco hob die enge Zusammenarbeit mit Florian David Fitz hervor, um sicherzustellen, dass die Darstellung ihrer Geschichte authentisch bleibt.
In einer Welt, in der Filme über Neurodivergenz immer häufiger werden, könnte „Wochenendrebellen“ einen neuen Standard setzen. Der Film ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch eine wichtige Stimme in der Diskussion über Autismus und die Herausforderungen, die damit einhergehen. Parallel dazu wird im Jahr 2024 der Film „Ezra – Eine Familiengeschichte“ in die Kinos kommen, der sich ebenfalls mit Themen rund um Autismus beschäftigt. Hier wird durch die Erfahrungen von Robert De Niro und anderen Schauspielern, die selbst mit Autismus konfrontiert sind, eine authentische Darstellung angestrebt. Es bleibt abzuwarten, wie diese beiden Geschichten in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und welche Diskussionen sie anstoßen.
So oder so, die „Wochenendrebellen“ sind mehr als nur ein Film – sie sind ein bewegendes Zeugnis über die Kraft der Familie, die Herausforderungen des Lebens und die unerschütterliche Liebe zwischen einem Vater und seinem Sohn. Jason, der sein Abitur mit Leistungskursen in Mathematik und Physik abgeschlossen hat, plant bereits eine 20-tägige Zugreise durch zehn osteuropäische Länder. Wer weiß, vielleicht wird seine nächste Geschichte schon bald in einem weiteren Film erzählt.
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