In Kassel steht das Quartierfest auf der Kippe. Ein Fest, das für viele nicht nur ein fröhlicher Anlass ist, sondern auch ein wichtiger Teil der Gemeinschaft. Geplant ist das Fest für den 27. Juni, zum Start der Sommerferien. Doch die Vorfreude wird durch gestiegene Sicherheitskosten und den Wegfall von zwei Hauptsponsoren getrübt. Mal ehrlich, das sind nicht gerade die besten Nachrichten für die Organisatoren, die sich schon seit Monaten auf dieses Event vorbereiten.

Die Sicherheitsvorkehrungen kosten rund 40.000 Euro – ein Betrag, der für viele Veranstaltungen schmerzhaft ist. Die Stadt Kassel hat zwar Straßensperren, Aufbau und Transport zugesichert, aber das mildert die Unsicherheit der Veranstalter nur bedingt. Das Quartierfest ist nicht allein; auch vergleichbare Veranstaltungen wie Zissel, die Wehlheider Kirmes oder der Tag der Erde stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Sönke van der Werf, der Organisator der Wehlheider Kirmes im August, äußert seinen Wunsch nach mehr Planungssicherheit. Sein Kulturförderungsantrag wurde abgelehnt – und das, obwohl ehrenamtliche Hilfe für solche Feste unverzichtbar ist. Ein Dilemma, das viele in der Kulturbranche nur zu gut kennen.

Die Unterstützung der Stadt

Die Stadt Kassel hat ein Ziel: die Kulturlandschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln. Sie stellt finanzielle Zuwendungen für Kultureinrichtungen, Projekte und Veranstaltungen zur Verfügung. Das klingt ja erstmal gut, doch die Realität sieht oft anders aus. Matthias Schäpers, Organisator des Tags der Erde, spricht von strengen Sicherheitsauflagen und unzureichender Unterstützung seitens der Stadt. So wird die Luft für viele Veranstalter dünn, und das geht nicht nur ans Eingemachte, sondern auch ans Herz.

Die Abteilung Kulturförderung und -beratung bietet zwar Unterstützung für Kulturinstitutionen, Vereine und Initiativen, doch das reicht nicht immer aus. Die geförderten Bereiche sind vielfältig: Bildende Kunst, Theater, Tanz, Musik und Literatur. Aber was nützt die beste Förderung, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen? Die Unsicherheit bleibt, und kreative Köpfe, die innovative Kulturkonzepte umsetzen möchten, stehen oft auf der Kippe.

Crowdfunding als Lösung?

Ein Lichtblick in all dem Dunkel ist die Crowdfunding-Kampagne, die das internationale Frühlingsfest im Kulturzentrum Schlachthof gerettet hat. Mit 24.000 Euro wurde das Event vor dem Aus bewahrt. Eine echte Gemeinschaftsaktion, die zeigt, wie wichtig lokale Unterstützung ist. Doch nicht jeder hat das Glück, auf solch eine finanzielle Rettungsleine zurückgreifen zu können.

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Die Kultur in Kassel hat viel zu bieten, aber die Herausforderungen sind groß. Die Rahmenbedingungen müssen besser werden, damit Veranstaltungen nicht nur stattfinden, sondern auch blühen können. Die Stadt hat die Möglichkeit und die Verantwortung, für Planungssicherheit zu sorgen. Und wir als Publikum? Wir sollten mehr denn je auf unsere Kulturveranstaltungen achten, sie unterstützen und in Erinnerung behalten, dass es oft die kleinen Feste sind, die das Leben in einer Stadt lebendig machen.