In Kassel gibt es traurige Nachrichten für alle Freunde des Lichtspektakels: Das Bergparkleuchten muss in diesem Jahr ausfallen. Eine Veranstaltung, die zweimal jährlich die Besucher mit bunten Lichtern und kreativen Installationen verzaubert, wird aufgrund finanzieller Engpässe der Stadt auf Eis gelegt. Kämmerer Matthias Nölke von der FDP hat dazu berichtet, dass die Stadt mit einem Defizit von 44 Millionen Euro kämpft. Die Gewerbesteuereinnahmen sind um fast 20 Millionen Euro hinter den Erwartungen zurückgeblieben, nicht zuletzt durch den Verkauf des einstigen Großzahlers Wintershall, was die Kassen zusätzlich belastet hat.

Das letzte Bergparkleuchten, das 2024 stattfand, konnte noch 45.000 Besucher in seinen Bann ziehen und war ein großer Erfolg. Doch trotz dieser Zahlen stellt die Veranstaltung ein erhebliches finanzielles Risiko dar, wie auch Tourismusdezernent Norbert Wett (CDU) betonte. Bei den Eintrittspreisen bleibt abzuwarten, ob diese Einnahmen ausreichen, um die hohen Kosten zu decken. Die Naturschützer von NABU, vertreten durch Regine Franz, sehen die Absage sogar als positiv an und warnen vor den negativen Folgen für die Tierwelt, insbesondere für die Zwergfledermäuse und Vögel, die in der Umgebung leben.

Die letzten Jahre im Rückblick

Die zweite Ausgabe des Kasseler Bergparkleuchtens endete erst am 9. Oktober 2024, wo an vier Veranstaltungstagen knapp 45.000 Eintrittskarten verkauft wurden. Das Durchschnittsaufkommen von etwas mehr als 11.000 Besuchern pro Tag zeigte, dass das Event durchaus Anklang fand. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Veranstaltung ohne Eintritt und über fünf Tage stattfand, waren die Zahlen jedoch stark rückläufig – damals wurde von etwa 80.000 Besuchern ausgegangen. Diese Entwicklung wirft Fragen auf, ob die Stadt das Bergparkleuchten in Zukunft vielleicht anders strukturieren sollte.

Ein kleiner Lichtblick war die Zusammenarbeit mit der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG), die ein zusätzliches Verkehrsangebot bereitgestellt hatte. Die KVG plant, das Verkehrskonzept für zukünftige Veranstaltungen zu überarbeiten, um den motorisierten Individualverkehr besser zu berücksichtigen. Und während Norbert Wett mit der Veranstaltung und der Verkehrssituation zufrieden war, gab es von Anja Lipschik, der Ortsvorsteherin von Bad Wilhelmshöhe, gemischte Reaktionen. Die Besucher waren nicht ganz glücklich über das frühe Ende und die Farbgestaltung der Lichter, und sie wünschten sich mehr Informationen über die Eintrittskosten.

Ein ungewisser Blick in die Zukunft

Für die Stadt Kassel stehen die „Beleuchteten Wasserspiele“ auf dem Programm, die am 5. und 6. Juni sowie am 11. und 12. September stattfinden sollen. Doch die Frage bleibt: Wird das Bergparkleuchten in der Zukunft wieder stattfinden? Momentan gibt es keine klaren Informationen darüber, und die Unsicherheit schwebt wie ein Schatten über den Plänen. Die Absage in diesem Jahr ist ein herber Rückschlag, besonders für all jene, die auf die magischen Nächte im Bergpark gehofft haben.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

In der Zwischenzeit bleibt den Kasselern und ihren Gästen nur das Warten. Vielleicht gibt es ja bald wieder Lichtblicke in der dunklen Finanzlage der Stadt und den Rückkehr des beliebten Events. Auf jeden Fall bleibt der Bergpark ein Ort, an dem die Natur und die Kunst, die sie umgibt, auch ohne das Spektakel ihren ganz eigenen Zauber entfalten.