Heute ist der 5.07.2026, und während die Sonne strahlend über unseren Freibädern scheint, gibt es auch Schattenseiten, die uns alle betreffen. Freibadbesitzer in Deutschland schlagen Alarm – nicht wegen der Wassertemperatur oder der Anzahl an Schwimmern, sondern wegen des Mülls, den die Besucher hinterlassen. Der Verein, der das Freibad Holzheim bei Gießen betreibt, hat kürzlich ein Video auf Facebook gepostet, das die Liegewiese in einem weniger als schmeichelhaften Licht zeigt: Abfälle, Essensreste und Zigarettenstummel prangen wie unerwünschte Gäste auf der Wiese. Ein respektloses Verhalten, das die Badeaufsichten in eine schwierige Lage bringt, denn ihre Hauptaufgabe ist es, die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten. Wann sollen sie da auch noch den Müll einsammeln?

Um dem entgegenzuwirken, bietet der Betreiber sogar kostenlose Taschenaschenbecher am Einlass an. Doch das scheint nicht zu fruchten, denn die Zigaretten landen trotzdem auf der Wiese. Ein Aufruf an die Gäste, Abfallbehälter zu nutzen, klingt wie eine verzweifelte Bitte, denn bei Missachtung droht ein Platzverweis. Es ist ein bundesweites Problem, das sich in vielen Freibädern zeigt. Vor allem in Baden-Württemberg wird ab dem 1. Juni 2026 ein neues Nichtraucherschutzgesetz in Kraft treten, das das Rauchen in Freibädern verbietet. Verstöße können hier mit Bußgeldern von bis zu 200 Euro geahndet werden.

Ein Schritt in die richtige Richtung?

Baden-Württemberg geht mit diesem Gesetz als erstes Bundesland einen mutigen Schritt und weitet das Rauchverbot auf viele öffentliche Freibäder aus. Die Betreiber – meist Kommunen – sind für die Durchsetzung des Verbots verantwortlich und dürfen sogar kleine Raucherzonen einrichten, solange sie die anderen Badegäste nicht stören. Eine einheitliche Regelung gab es vorher nicht, und die Aussicht auf ein saubereres Freibad könnte viele Besucher erfreuen. Die Regelung gilt übrigens nicht nur für Freibäder, sondern auch für Spielplätze, Haltestellen, Freizeitparks und Zoos. Ein umfassendes Konzept, das nicht nur für saubere Luft, sondern auch für weniger Müll sorgen könnte.

Aber wo ist das rauchfreie Vergnügen für alle anderen Bundesländer? In Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt es noch keine vergleichbaren Gesetze. Dort existieren oft freiwillige Raucherzonen, die nicht immer befriedigend reguliert sind. In vielen Freibädern ist Rauchen erlaubt, Shishas hingegen sind tabu. Das scheint paradox, wenn man bedenkt, dass Dämpfe und Aerosole von E-Zigaretten und anderen Tabakprodukten ebenfalls gesundheitsschädlich sind, wie der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister (BDS) bestätigt. Und während wir uns um den Müll kümmern, steht uns ein größerer Kampf bevor: In Deutschland fehlen mehr als 3000 ausgebildete Fachkräfte in Schwimmbädern. Ein weiteres Problem, das es zu bewältigen gilt.

Ein Appell an die Besucher

Der Verein aus Holzheim appelliert eindringlich an die Besucher: Lasst das Freibad sauber zurück! Es ist ein Ort der Entspannung, der Freude und des gemeinsamen Erlebens. Doch um das zu gewährleisten, sind wir alle gefordert. Jeder Zigarettenstummel, jede Plastiktüte zählt. Wie oft haben wir uns nicht selbst über den Müll anderer geärgert? Wenn wir als Gemeinschaft die Freibäder sauber halten wollen, braucht es mehr als nur Gesetze – es braucht das Bewusstsein und den Willen eines jeden Einzelnen von uns.

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Das Thema Müll und Rauchen in Freibädern ist also nicht nur ein lokales, sondern ein bundesweites Anliegen. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir uns alle ein Stück weit hinterfragen und unseren Teil dazu beitragen. Denn nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass unsere Freibäder auch in Zukunft ein Ort der Freude und des Wohlbefindens bleiben.

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