Ein Vorfall am Dienstagabend, dem 2. Oktober, sorgte für Aufregung in Offenbach. Ein 13-Jähriger klagte nach einem Spaziergang am Friedrichsweiher über Augenreizungen. Das klingt schon mal nicht gut, oder? Und tatsächlich, ein Rettungswagen wurde zur Behandlung gerufen. Der junge Mann berichtete, dass er gegen 19:30 Uhr auf eine Gruppe von vier Jugendlichen stieß, die mit einem Reizstoffsprühgerät hantierten. Irgendwie unheimlich, wenn man darüber nachdenkt. Es wird vermutet, dass dabei tatsächlich ein Reizstoff freigesetzt wurde.
Nach der Behandlung – die zum Glück vor Ort stattfand – wurde der Junge an eine Erziehungsberechtigte übergeben. Die Jugendlichen, die für diese unangenehme Situation verantwortlich sein könnten, trugen schwarze Kleidung. Das lässt einem schon die Nackenhaare zu Berge stehen, oder? Wer weiß, welche Absichten hinter ihrem Handeln stecken. Die Offenbacher Polizei sucht nun nach Hinweisen zu dieser Gruppe. Wer etwas gesehen hat oder mehr Informationen hat, kann sich unter der Rufnummer 069 8098-5100 melden.
Ein Blick auf die Hintergründe
Solche Vorfälle werfen natürlich Fragen auf. Was führt Jugendliche dazu, mit Reizstoffen zu experimentieren? Das Bundesjugendministerium hat sich intensiv mit der Prävention von Kinder- und Jugendkriminalität beschäftigt und arbeitet an Handlungsstrategien, die genau solchen Entwicklungen entgegenwirken sollen. Fachdiskussionen werden angeregt, und es werden thematische Schwerpunkte gesetzt, um solche gefährlichen Verhaltensweisen zu minimieren.
Interessanterweise zeigt sich, dass die Mehrheit der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen nur einmal polizeilich in Erscheinung tritt. Nur etwa 5-10% begehen wiederholt Straftaten, und das sind oft die sogenannten „Intensivtätern“, die von komplexen Problemlagen betroffen sind. Soziale Benachteiligung, Gewalterfahrungen, Schulprobleme und ein devianter Freundeskreis können hier eine Rolle spielen. Es ist also nicht nur ein simples „Schwarze Kleidung = böse“, sondern oft steckt viel mehr dahinter.
Gemeinsam gegen die Herausforderungen
In den letzten 20 Jahren hat sich die Kriminalitäts- und Gewaltprävention qualitativ und quantitativ weiterentwickelt. Es wurden viele Konzepte zur Vermeidung von Jugendkriminalität etabliert. Die Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Polizei und Justiz wurde gestärkt. Das ist wichtig, denn die Umsetzung präventiver Maßnahmen liegt nach dem Grundgesetz bei den Ländern und Kommunen. Das Bundesjugendministerium hat zwar Anregungskompetenz, aber die Umsetzung muss vor Ort geschehen.
Die Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendkriminalprävention am Deutschen Jugendinstitut ist seit 1997 der zentrale Ansprechpartner in diesem Bereich. Sie bietet eine Fülle von Zahlen, Daten und Fakten zu Jugendgewalt und liefert der Bundesregierung die fachliche Grundlage, um neue Strategien zu entwickeln. Es bleibt zu hoffen, dass durch solche Maßnahmen, wie sie in Offenbach nötig sind, ähnliche Vorfälle in Zukunft vermieden werden können.