KatRetter: Wie Freiwillige Leben retten und die Überlebenschancen steigern
In Deutschland werden jährlich rund 70.000 Menschen außerhalb von Kliniken reanimiert. Das sind erschreckend viele, oder? Und die Zeit spielt dabei eine entscheidende Rolle. Nach nur drei Minuten ohne Sauerstoffversorgung können bereits die ersten Gehirnzellen absterben. Die Sterblichkeitsrate steigt dann rapide an – nach acht Minuten ohne Behandlung sind die Chancen, dass jemand überlebt, um ein Vielfaches gesunken. Aber es gibt Hoffnung! Im Hochtaunuskreis wurde vor eineinhalb Jahren das Programm „KatRetter“ ins Leben gerufen. Dieses Programm hat das Potenzial, Leben zu retten, indem es Freiwillige in der Nähe eines Notfalls digital alarmiert.
Das Konzept ist einfach und genial zugleich. KatRetter sind Menschen, die sich in der Nähe des Einsatzortes befinden und schneller eintreffen können als der Rettungsdienst. Sie müssen über 18 Jahre alt sein, einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben und bereit sein, sich mit Reanimationsleitlinien zu beschäftigen. Medizinische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Im vergangenen Jahr waren die KatRetter im Hochtaunuskreis bereits 97 Mal im Einsatz. Ein beeindruckendes Engagement, das zeigt, wie wichtig jede Sekunde in solch kritischen Momenten ist!
Die Rolle der KatRetter
Wenn jemand einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet, wird nicht nur der Rettungsdienst alarmiert. Bei Notruf 112 kommen auch die KatRetter ins Spiel. Diese werden über die spezielle App „KatRetter“ alarmiert, die sich jeder herunterladen und einrichten kann. Die Einsatzbearbeiter der Zentralen Leitstelle leiten die meldende Person telefonisch zur Reanimation an. Das ist wichtig, denn bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Es ist beruhigend zu wissen, dass in solchen Notsituationen Menschen bereit sind zu helfen.
Die Alarmierung erfolgt jedoch nur bei Herz-Kreislauf-Stillstand und nicht bei bestimmten Kontraindikationen, wie etwa auf Schnellstraßen oder in Kliniken. Außerdem müssen die Ersthelfer keine medizinische Ausrüstung mitbringen, denn die Herzdruckmassage ist die zentrale Maßnahme, um das Überleben des Patienten zu sichern. Und wer denkt, dass man für solche Einsätze unentbehrlich sein muss, der irrt sich. Die Teilnahme ist freiwillig, und Alarmierungen können ignoriert werden. Ein Sicherheitsnetz gibt es auch: Der Versicherungsschutz für die Ersthelfer erfolgt über die Unfallkasse Hessen.
Regelmäßige Schulungen
Um die KatRetter fit zu halten, bietet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) regelmäßige Auffrischungskurse an. Der nächste steht am Samstag, dem 27. Juni, von 9 bis 12 Uhr in Bad Homburg auf dem Programm. Wer sich für die Kurse interessiert, findet Anmeldemöglichkeiten und Kursübersichten auf der DRK-Website. Die Schulungen sind praxisnah und vermitteln wichtige Kenntnisse zur Reanimation. Denn je besser die Ersthelfer geschult sind, desto höher sind die Überlebenschancen der Betroffenen.
Ein Blick auf die bundesweite Situation zeigt, dass im Jahr 2024 geschätzt 136.000 Menschen außerhalb von Krankenhäusern einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten haben. Rund 67.000 von ihnen erhielten Wiederbelebungsmaßnahmen durch den Rettungsdienst. Die Erste-Hilfe-Quote ist gestiegen, was Hoffnung gibt. Das zeigt, dass immer mehr Menschen gewillt sind, in Notfällen einzugreifen. Die Erkenntnis, dass in 55 Prozent der Fälle ein kardiales Ereignis die Ursache für den Stillstand war, unterstreicht die Wichtigkeit präventiver Maßnahmen und der schnellen Reaktion durch Ersthelfer.
Der Hochtaunuskreis hat mit dem KatRetter-Projekt einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Notfallversorgung geleistet. Es braucht nur den Willen und die Bereitschaft der Bürger, sich zu engagieren. Wenn wir alle ein wenig mehr Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein zeigen, können wir gemeinsam dazu beitragen, die Überlebenschancen in kritischen Situationen zu erhöhen. Informiert euch, macht mit und vielleicht wird gerade euer schneller Einsatz eines Tages das Leben eines Menschen retten!
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