Heute, am 6. Juni 2026, fand in Mainz eine bemerkenswerte Tagung des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland des Technischen Hilfswerks (THW) statt. Rund 30 Fachberaterinnen und Fachberater kamen zusammen, um sich über die Deichverteidigung bei Hochwasser an Rhein und Main fortzubilden. Ein Thema, das uns alle betrifft – besonders in einem Land, in dem Wasser nicht nur Lebenselixier, sondern auch eine ständige Bedrohung sein kann.
Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt, zuständig für die Anordnung der Überwachung der Deiche, war ebenfalls vertreten. Der Schwerpunkt der Tagung lag auf dem organisatorischen Ablauf im Falle eines Hochwassers, angefangen bei der Alarmierung bis hin zum Katastrophenfall. Hierbei wurde deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen dem RP und den betroffenen Kommunen ist. Im Ernstfall kann das RP Gemeinden dazu auffordern, Straßen zu sperren oder Bereiche zu evakuieren – eine ernste Angelegenheit, die gut durchdacht sein muss.
Wissen ist Macht
Die regelmäßigen Schulungen für lokale Wasser- und Feuerwehren durch das RP sind dabei von zentraler Bedeutung. Holger Densky, der das Dezernat „Staatlicher Wasserbau“ beim RP leitet, betonte die Wichtigkeit der frühzeitigen Erkennung von Deichschäden. Denn je schneller wir reagieren, desto besser können wir Schadensbegrenzung betreiben. Im Hochwasserfall liegt die Einsatzleitung in seinen Händen, und das schließt auch Evakuierungsanordnungen mit ein. Ein gewaltiges Vertrauen, das in solch kritischen Momenten gefordert ist!
Ein Highlight der Tagung war die Exkursion zum Hochwassersperrtor in Ginsheim, dem größten Sonderbauwerk am Rhein. Ingenieure wie Julian Podzuweit und Jakob Fechter führten vor, wie das Sperrwerk funktioniert und wie die digitale Steuerung sowie die Wartung ablaufen. Es ist schon ein bisschen beeindruckend, wie Technik und Natur hier aufeinandertreffen – es fühlt sich fast wie Science-Fiction an!
Deichverteidigung im Fokus
Wer sich mit Deichverteidigung beschäftigt, der taucht ein in ein komplexes Thema. Deichverteidigung ist schließlich eine bautechnische Notmaßnahme des Katastrophenmanagements, die aktiv wird, wenn Deiche oder Dämme ernsthafte Schäden aufweisen oder drohen zu brechen. Maßnahmen werden bei Überschreitung einer kritischen Hochwassermarke eingeleitet – und das oft in einem Wettlauf gegen die Zeit. Im akuten Fall kommen häufig Sandsäcke zum Einsatz, um schnellstmöglich einen Schutz aufzubauen.
Das THW kann im Katastrophenfall angefordert werden, und bei kritischer Alarmstufe ist ein Deichwachdienst verpflichtend. Zwei geschulte Personen gehen dann auf die Suche nach Schadensstellen, um sofortige Maßnahmen einzuleiten. Hierbei geht es nicht nur um Material, sondern vor allem um Menschenleben, die an erster Stelle stehen müssen. Es ist ein bisschen wie in einem guten Krimi – jeder muss aufpassen, dass nichts schiefgeht!
Die Deichwache, die auch als Deichläufer oder Deichgänger bekannt ist, hat die Aufgabe, Informationen an die Einsatzleitstelle weiterzuleiten. Es ist ein unermüdlicher Dienst, der oft von Ehrenamtlichen erledigt wird. Diese Menschen sind das Rückgrat der Hochwasservorsorge und tragen eine immense Verantwortung. Bei der Feststellung eines Schadens müssen unverzüglich Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, um die Auswirkungen zu begrenzen und eine Vergrößerung des Schadens auszuschließen.
Die Liste der Deichverteidigungsmittel ist lang: Sandsäcke, Geotextilien, Folien – und das alles muss schnell und effizient eingesetzt werden. Wenn wir von einer durchfeuchteten Böschung sprechen, wird’s ernst. Hier darf kein schweres Gerät zum Einsatz kommen, und provisorische Erhöhungen des Deichs müssen frühzeitig vorgenommen werden. Das erfordert alles einen kühlen Kopf und eine klare Strategie.