Im Hochtaunuskreis tut sich was! Das Projekt „Demokratie – Orte im Taunus“ im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 ist in vollem Gange und hat am 29. Mai mit einem Soft-Opening im Hof des Landratsamtes einen ersten, feierlichen Schritt gemacht. Hier wird Geschichte lebendig, denn es geht darum, die Bedeutung historischer Orte der Demokratie sichtbar zu machen. Wer hätte gedacht, dass Rathäuser und Versammlungsstätten nicht nur Orte für bürokratische Abläufe sind, sondern auch zentrale Schauplätze demokratischer Entscheidungsprozesse? Ein Blick auf die Rathäuser, wie das in Usingen (errichtet 1687) oder das fusionierte Rathaus in Friedrichsdorf, zeigt uns, wie tief die Wurzeln unserer Demokratie reichen.
Doch das ist noch nicht alles! Insgesamt 27 ausgewählte Orte, die die demokratische Geschichte im Hochtaunuskreis prägen, werden durch künstlerisch gestaltete Stelen markiert. Wer jetzt neugierig ist, kann bereits in Bad Homburg, Glashütten, Königstein, Kronberg, Neu-Anspach, Schmitten, Steinbach, Usingen, Weilrod und Wehrheim die ersten Stelen entdecken. Weitere werden schon bald aufgestellt – eine Einladung an alle Bürger, die demokratische Vergangenheit und Gegenwart ihrer Region zu erkunden. Und die Website des Projekts, taunusdemokratie.de, bietet spannende Informationen und Details.
Demokratie und ihre Orte
Ein besonders bedeutender Ort ist der Großer Feldberg. Hier spiegelt sich der Aufbruch in neue politische Zeiten wider, ganz besonders während der bewegten Jahre des Vormärz und der Revolution 1848. Und wir dürfen nicht das „Gasthaus zum Feldberg“ in Kronberg vergessen, ein wichtiger Treffpunkt für Sozialdemokraten und Widerstandskämpfer während des Nationalsozialismus. Solche Orte sind nicht nur geografische Punkte, sondern lebendige Erinnerungen, die uns die Werte wie Mitbestimmung und soziale Verantwortung näherbringen.
Der Gedanke, dass Bauten wie Rathäuser und Gemeinschaftsorte eng mit der Demokratie verknüpft sind, wird auch in der Veranstaltung „Geist der Freiheit“ in der KulturRegion Rhein-Main beleuchtet. Hier wird die Gestaltung und Nutzung dieser Orte betrachtet, und es kommen Institutionen sowie zivilgesellschaftliche Akteur*innen zusammen, um über die Repräsentation von Demokratie nachzudenken. Workshops, Ausstellungen und Rundgänge sollen den Dialog fördern und das Bewusstsein für demokratische Werte in Bezug auf Architektur und Gemeinschaftsleben stärken.
Einladungen zum Mitmachen
Von April bis Dezember 2026 sind Teilprojekte möglich, die die Vielfalt der bürgerschaftlichen Engagements in den Fokus rücken. Das reicht von Fotowalks über künstlerische Auseinandersetzungen bis hin zu Gesprächen über die Bedeutung von Dorfgemeinschafts- und Bürgerhäusern. Ein kreatives Miteinander, das die Sichtbarkeit unserer demokratischen Traditionen stärkt. Die KulturRegion dokumentiert die Ergebnisse auf einer Web-Plattform und macht sie über Social Media, Newsletter und Pressearbeit zugänglich. Und wer Ideen hat, kann diese sofort melden – eine tolle Chance für alle, sich aktiv einzubringen!
Insgesamt zeigt das Projekt, wie wichtig es ist, die demokratischen Wurzeln in unserer Region zu pflegen und zu feiern. Die Stelen sind nicht nur Kunstwerke, sondern auch Wegweiser auf einem spannenden Pfad durch unsere Geschichte. Es bleibt spannend, was die kommenden Wochen bringen werden – und vielleicht ist das ja auch der Moment, um selbst einen Blick auf die eigene Stadtgeschichte zu werfen!