Heute ist der 15.05.2026 und die Stimmung unter den Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main könnte nicht gedrückter sein. Der Geschäftsklimaindex der IHK Frankfurt hat den tiefsten Stand seit Herbst 2022 erreicht und ist um sechs Punkte auf 92 Punkte gefallen. Das bedeutet, wir sind nun unter der Wachstumsschwelle von 100 Punkten angekommen – ein echtes Alarmsignal, wie IHK-Präsident Ulrich Caspar es treffend formuliert. Die Umfrage, an der rund 2.000 Mitgliedsbetriebe teilgenommen haben, zeigt, dass 31 % der Befragten mit schlechteren Geschäften rechnen, während nur 12 % eine Verbesserung in Aussicht stellen.

In den Regionen Frankfurt, Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis schätzen 26 % die aktuelle Lage als gut ein, während 22 % sie als schlecht empfinden. Die Zahlen sind alarmierend, und das Gefühl der Unsicherheit schwebt wie ein schwerer Nebel über den Betrieben. Viele Unternehmen kämpfen mit Kostendruck, schwacher Nachfrage und der Notwendigkeit, Investitionen nur kurzfristig zu planen. Der Krieg im Nahen Osten tut ein Übriges, belastet Exporte und Investitionsvorhaben. 38 % der Unternehmen rechnen mit sinkenden Exporten – das ist eine erhebliche Zahl, wenn man bedenkt, dass lediglich 13 % optimistisch in die Zukunft blicken.

Die Lage der Unternehmen

Die Stimmung wird immer trüber. Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage fallen von sieben auf vier Punkte, die Erwartungen sinken sogar von minus neun auf minus 19 Punkte. Der Druck auf die Unternehmen ist enorm. Die Investitionsbereitschaft hat sich um sechs Punkte auf minus sechs Punkte verringert, auch die Beschäftigungsaussichten haben sich verschlechtert – von minus zwei auf minus sieben Punkte. Das ist nicht nur eine Zahl, das sind echte Menschen, die um ihre Jobs bangen. Nur 13 % der Unternehmen planen, die Belegschaft zu vergrößern; 20 % erwarten sogar einen geringeren Personalbedarf. Der Fachkräftemangel, der über Jahre als großes Problem galt, wird mittlerweile nur noch als fünftgrößtes Risiko wahrgenommen.

Die größten Sorgen der Unternehmer sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die schwache Inlandsnachfrage sowie die hohen Rohstoff- und Energiepreise. Caspar fordert dringend Entlastungen bei Steuern und Abgaben, wettbewerbsfähige Energiepreise und weniger Berichtspflichten. „Wir müssen die Überregulierung abbauen“, betont er, und das ist ein Appell, der mehr denn je Gehör finden sollte. Die Dienstleistungsbranche ist besonders betroffen, ihre Indexpunkte sind von 104 auf 97 gefallen, während die Bau- und Immobilienwirtschaft von 102 auf 91 Indexpunkte gesunken ist. Der Handelssektor ist ebenfalls nicht verschont geblieben – hier ging es von 82 auf 73 Indexpunkte nach unten.

Wohin führt der Weg?

Die Situation ist angespannt, das spürt jeder, der ein Ohr am Puls der Zeit hat. Die IHK Frankfurt führt dreimal jährlich Umfragen durch, um die wirtschaftliche Lage und die Erwartungen der Unternehmen zu erfassen. Die aktuelle Umfrage wurde zwischen dem 21. April und dem 8. Mai 2026 durchgeführt, und die weiteren Ergebnisse werden im Konjunkturbericht der IHK Frankfurt am Main Anfang Juni veröffentlicht. Es bleibt zu hoffen, dass die Stimmen der Unternehmer gehört werden und die notwendigen Reformen in die Wege geleitet werden. Schließlich handelt es sich hier um das Rückgrat unserer Wirtschaft – und es ist an der Zeit, dass wir diesen Rückhalt stärken, bevor es zu spät ist.

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