Heute ist der 31. Mai 2026, und in Rotenburg an der Fulda wird Geschichte geschrieben. Der 122. Landesparteitag der CDU Hessen zieht 318 Delegierte an, alle vereint in dem Bestreben, die Zukunft Hessens zu gestalten. Ministerpräsident Boris Rhein betont bei seiner Eröffnungsrede die wichtige Rolle Hessens als Taktgeber in Deutschland. Er bringt es auf den Punkt: „Wir brauchen nicht weniger Merz, wir brauchen mehr Merz.“ Ein eindringlicher Aufruf, der die Stimmung im Raum spürbar hebt.
Bei dieser Gelegenheit erinnert Rhein an die Erfolge der hessischen Sicherheitspolitik, die mit Maßnahmen wie Fußfesseln für Frauenschläger und der Speicherung von IP-Adressen untermauert wird. Ein Thema, das nicht nur in Hessens Grenzen, sondern auch bundesweit Beachtung findet. „Die CDU ist die Partei mit den meisten Ideen und den frischesten Köpfen“, so Rhein, und das ist durchaus nachvollziehbar, wenn man die frischen Gesichter im Publikum betrachtet.
Tradition und Erneuerung
Eine Ökumenische Morgenandacht, gehalten von Domkapitular Prof. Dr. Tonke Dennebaum und Oberkirchenrat Pfarrer Dr. Martin Mencke, gibt dem Parteitag einen feierlichen Rahmen. Es wird auch der verstorbenen Persönlichkeiten gedacht, darunter Ex-Landtagspräsident Norbert Kartmann und Ex-Postminister Christian Schwarz-Schilling. Ein Moment des Innehaltens, der die Weichen für eine zukunftsorientierte Diskussion stellt.
Generalsekretär Leopold Born hebt die Tradition des Ortes hervor und verweist auf die Erfolge unter der Führung von Ministerpräsident Rhein. Aber nicht nur Rhein ist auf der Bühne. Jens Spahn, der frisch wiedergewählte Fraktionsvorsitzende von CDU und CSU im Bundestag, ist ebenfalls anwesend. Er wurde mit 86,5 Prozent der Stimmen bestätigt und spricht von der Fraktion als Stabilitätsanker der Koalition. „Wir müssen mehr Zusammenhalt zwischen Union und SPD zeigen“, fordert Spahn und kritisiert die „Spiralen der Selbstvergewisserung“. Ein Blick in die Gesichter der Delegierten zeigt, dass diese Botschaft auf offene Ohren stößt.
Ein Blick nach vorne
Ein spannendes Thema ist auch die bevorstehende Landratswahl im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. CDU-Kreischef Andreas Börner kündigt an, den Landkreis zurückerobern zu wollen. Ein ambitioniertes Ziel, das mit frischem Wind und neuen Ideen untermauert werden muss. „Wir sind bereit, die Ärmel hochzukrempeln“, sagt Börner, und das hört man gerne.
Und während im Raum das Wort „Merz“ immer wieder fällt, werden auch Gerüchte über mögliche Wechsel an der Spitze des Kanzleramts laut. Spahn, der die Spekulationen als „Unsinn“ abtut, hebt die Erfolge der schwarz-roten Bundesregierung hervor und spricht von einem klaren Politikwechsel. Rhein und Spahn betonen, dass weniger öffentliche Streitereien und mehr Rücksicht auf die Stimmung der Bevölkerung gefragt sind. Es wird klar, hier soll nicht nur geredet, sondern auch gehandelt werden.
Der Parteitag schließt mit dem Beschluss eines Leitantrags zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland und zur Förderung von mehr Eigenverantwortung. Ein Abschluss, der den Delegierten ein gutes Gefühl mit auf den Weg gibt. Die CDU Hessen präsentiert sich stark, vereint und bereit, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen.