Heute, am 1. Juni 2026, blicken wir in Hersfeld-Rotenburg auf die wichtige Rolle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und dessen unermüdlichen Einsatz für humanitäre Werte. Reinhard E. Matthäi, der Kreiskonventionsbeauftragte des DRK, ist ein wahres Urgestein in der Region. Mit seinen 78 Jahren hat er einen beachtlichen Erfahrungshorizont – nicht nur als ehemaliger Beamter, sondern auch als engagierter Ehrenamtlicher, der seit 1962 für das DRK tätig ist. Seine Leidenschaft für das humanitäre Völkerrecht und die Grundsätze der Rotkreuzbewegung ist ansteckend, und das ganz besonders, wenn er darüber spricht, wie wichtig es ist, in Konfliktsituationen Menschlichkeit zu wahren.
Matthäi setzt alles daran, die Genfer Konventionen, die 1949 verabschiedet wurden, und deren Grundsätze bekannt zu machen. Diese beinhalten den Schutz von Personen, die nicht an Kampfhandlungen teilnehmen, sowie die Regelung von Verhaltensweisen gegenüber Zivilisten und verwundeten Soldaten. Das Ziel dieser Bestimmungen? Die Milderung von Leid und die Wahrung humanitärer Prinzipien in Zeiten des Krieges. Das DRK hat dabei die Aufgabe, sicherzustellen, dass alle Beteiligten an einem bewaffneten Konflikt die Regeln kennen und respektieren – das ist schließlich entscheidend dafür, dass das humanitäre Völkerrecht beachtet wird.
Die Grundsätze des DRK
Die sieben Grundsätze des DRK – Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität – bilden das Herzstück der Organisation. Matthäi informiert in seinen Schulungen neue Mitglieder darüber, wie sie sich verhalten müssen, um diesen Werten gerecht zu werden. Dabei bleibt er nicht nur theoretisch, sondern geht auch auf praktische Aspekte ein. Ein Beispiel dafür ist die Betreuung einer Flüchtlingsunterkunft in Bad Hersfeld während der Migrationskrise 2015 – ein eindrucksvolles Beispiel humanitärer Hilfe in Friedenszeiten.
Aber wie bringt man diese wichtigen Werte und Regeln der breiten Öffentlichkeit näher? Matthäi hat sich entschlossen, öffentliche Veranstaltungen in der Bad Hersfelder Stadthalle zu organisieren, um die Grundsätze des DRK umfassend zu präsentieren. Das ist wichtig – denn nur wenn mehr Menschen über die Prinzipien des humanitären Völkerrechts informiert sind, können sie auch in kritischen Situationen entsprechend handeln. Das DRK unterstützt zwar den militärischen Sanitätsdienst, ist jedoch klar in seiner Position, dass keine weiteren militärischen Aufgaben wie Verpflegung oder Unterkunft übernommen werden. Es geht um die Menschlichkeit, nicht um Kriegsführung.
Ein interaktives Erlebnis
Um das Verständnis für das humanitäre Völkerrecht zu fördern, hat das DRK auch einen interaktiven Film entwickelt. Dieser behandelt Szenen eines bewaffneten Konflikts und soll die Zuschauer zum Nachdenken anregen. Aber Achtung – eine Triggerwarnung ist nicht zu vernachlässigen, denn der Film kann starke emotionale Reaktionen auslösen. Diese Art von Aufklärung ist unerlässlich, um das Bewusstsein für die Herausforderungen und Dilemmas in Konfliktsituationen zu schärfen.
Matthäi und sein Team sind fest entschlossen, das humanitäre Völkerrecht weiter zu verbreiten. Mit der Unterstützung des DRK e.V. und der Stabsstelle Internationale Beziehungen und Humanitäres Völkerrecht in Berlin, unter der Leitung von Dr. Katja Schöberl, stehen die Türen offen für Interessierte, die mehr über die Thematik erfahren möchten. Wer sich für Praktika oder Referendariate im Bereich humanitäres Völkerrecht interessiert, findet hier ebenfalls Möglichkeiten – ein weiterer Schritt, um die nächste Generation von humanitären Helfern auszubilden.
In einer Welt, in der Konflikte an der Tagesordnung sind, bleibt die Arbeit des DRK und das Engagement von Menschen wie Reinhard E. Matthäi unerlässlich. Sie sind die Stimme für die, die oft nicht gehört werden, und setzen sich dafür ein, dass die Werte der Menschlichkeit nie in Vergessenheit geraten. Es ist eine Herausforderung, die er mit Hingabe und einer klaren Vision angeht. Und das verdient Respekt.