Heute ist der 1.07.2026 und wir schauen auf die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft, die in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gerückt ist. Die Vereinten Nationen haben 2026 zum internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt. Ein wichtiges Zeichen, das darauf abzielt, die Sichtbarkeit und den Einfluss von Frauen in diesem Bereich zu stärken. In vielen Betrieben sind es oft die Frauen, die die Zügel in der Hand halten – sie organisieren, schaffen Strukturen und halten die Familie zusammen. Ein schönes Beispiel dafür ist Katrin Ritter, die auf dem Hof Mischels in Breitenbach mit ihrem Ehemann Markus und ihren fünf Kindern lebt und arbeitet.

Auf dem Hof bewirtschaften sie stolze 200 Hektar Ackerfläche und halten 200 Sauen sowie eine bunte Mischung aus Pferden, Katzen und Hühnern. Katrin ist nicht nur eine erfahrene Landwirtin, sondern hat auch eine Reitlehre absolviert und in Witzenhausen Landwirtschaft studiert. Ihre Leidenschaft für die Pferdezucht zeigt sich in ihren vielen erfolgreichen Jahren auf Reitturnieren. Der Alltag auf dem Hof ist allerdings alles andere als einfach: Stall- und Feldarbeit, Organisation und Bürokratie prägen ihren Tag. Zwei bis drei Stunden Büroarbeit täglich – das ist nicht zu unterschätzen! Besonders in der Erntezeit kann es schon mal 100 Stunden pro Woche werden. Urlaub? Selten, aber die Familie zieht es dann in die Lüneburger Heide, um gemeinsam Zeit zu verbringen.

Frauen in der Landwirtschaft – ein Blick auf die Zahlen

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg führen etwa 15 Prozent der über 1000 landwirtschaftlichen Betriebe Frauen. Das ist beachtlich, aber im bundesweiten Vergleich sieht es ganz anders aus: Nur etwa 11 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland stehen unter weiblicher Leitung. Laut einer Studie sind 72 Prozent der befragten Frauen an strategischen Entscheidungen beteiligt, was zeigt, dass die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft keineswegs zu unterschätzen ist. Dennoch bleibt der Anteil der Hofnachfolgerinnen mit nur 18 Prozent niedrig. Diese Zahlen verdeutlichen, dass es noch viel zu tun gibt, um Frauen in der Landwirtschaft die Sichtbarkeit und die Anerkennung zu geben, die sie verdienen.

Das Ziel des Aktionsjahres ist es, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen und die Herausforderungen, denen Frauen in der Landwirtschaft gegenüberstehen, sichtbar zu machen. Einen weiteren wichtigen Schritt geht das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) mit der Einladung an Akteure aus verschiedenen Bereichen, sich aktiv an der Bewegung zu beteiligen. Verbände wie die Agrarsoziale Gesellschaft und UN Women Deutschland setzen sich dafür ein, Dialoge zu fördern und Veränderungen anzustoßen.

Herausforderungen und Chancen

Die strukturellen Hürden, die Frauen oft bei Betriebsübernahmen und dem Aufstieg in Führungspositionen begegnen, sind nicht zu übersehen. In der EU sind nur 32 Prozent der landwirtschaftlichen Führungspositionen von Frauen besetzt – das ist im Vergleich zu Deutschland, wo es lediglich 11 Prozent sind, ein alarmierendes Signal. Umso wichtiger ist es, dass Programme zur wirtschaftlichen Eigenständigkeit und zur Altersvorsorge für Frauen in der Landwirtschaft gefördert werden. Der Zugang zu Kapital muss erleichtert werden, damit Frauen in der Landwirtschaft die gleichen Chancen haben wie ihre männlichen Kollegen.

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Das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026 bietet eine hervorragende Gelegenheit, um diese Themen in den Vordergrund zu rücken. Es ist an der Zeit, alte Rollenbilder aufzubrechen und eine Aufgabenverteilung zu schaffen, die auf Kompetenz und nicht auf Geschlecht basiert. Netzwerke für Frauen in der Landwirtschaft müssen ausgebaut werden, um eine starke Gemeinschaft zu schaffen, die sich gegenseitig unterstützt und fördert. Die Zukunft der Landwirtschaft könnte in den Händen der Frauen liegen – wenn wir es nur schaffen, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen!

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