Am 19. Mai 2026 öffnete die Lebenshilfe Gießen ihre Türen zu einem ganz besonderen Tag der offenen Tür in ihrer Reha-Werkstatt. Unter dem Motto „Werkstatt trifft Wirtschaft – Leistung, die verbindet“ strömten zahlreiche interessierte Unternehmen, Kooperationspartner und Gäste aus der Region in die Räumlichkeiten. Die Atmosphäre war geprägt von Neugier und der Freude an der Vielfalt, die die Lebenshilfe zu bieten hat.
Die Besucher hatten die Gelegenheit, sich über eine breite Palette von Dienstleistungen der Werkstätten zu informieren. Dazu gehörten Werbetechnik, Garten- und Landschaftspflege, Schreinerei, Aktenvernichtung, Wäscherei, Montage und Verpackung sowie die köstlichen Küchen- und Cateringangebote der LiLo Küchenbetriebe. Ehrlich gesagt, die Vorfreude auf das leibliche Wohl war spürbar – mit einem Barista-Stand von Bohnen & Söhne und den leckeren Speisen der LiLo Küchenbetriebe wurde für jeden Geschmack etwas geboten. Man konnte sogar Eigenprodukte erwerben, wie die frischen Pflanzen von der Busecker Biolandhof-Gärtnerei.
Inklusion in Aktion
Im Rahmen der Veranstaltung hob Melanie Hagedorn die bunte Vielfalt der Dienstleistungen hervor und stellte die Möglichkeiten der Werkstätten in den Fokus. Es war beeindruckend zu hören, wie mehrere Unternehmen von ihren positiven Erfahrungen mit betriebsintegrierten Beschäftigungsplätzen (BiB) berichteten. Michael Carlé, Inhaber der Firmengruppe „Carlé“, betonte, wie bereichernd die Integration von Menschen mit Behinderung für sein Unternehmen war. Diese Stimmen aus der Wirtschaft sind nicht nur Zahlen, es sind lebendige Geschichten, die zeigen, wie Inklusion funktioniert.
Ein weiteres Beispiel für gelebte Inklusion war die Kooperation zwischen der Lebenshilfe Gießen und der Firma TENT-PEG. Christian Pach, der Firmengründer, sprach über die gegenseitigen Vorteile der Zusammenarbeit. Solche Partnerschaften sind nicht nur wichtig, sie sind das Rückgrat einer inklusiven Gesellschaft. Katharina Volz, Mitarbeiterin der Lebenshilfe Gießen, brachte die Vielfalt der Arbeit in den Werkstätten auf den Punkt – es gibt einfach so viel zu entdecken und zu erleben!
Regionale Netzwerke stärken
Dirk Oßwald, Vorstand der Lebenshilfe Gießen, betonte die Bedeutung starker regionaler Netzwerke für die Inklusion. Das ist nicht nur eine Floskel, sondern ein wesentlicher Aspekt, um Barrieren abzubauen und Chancengleichheit zu schaffen. Inklusion ist nicht nur ein Schlagwort, sondern eine Verantwortung, die wir alle tragen – die Gesetze stärken das Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung. Arbeitgeber sind gefordert, Menschen mit Beeinträchtigung zu beschäftigen und Barrieren abzubauen. Bei einer Nichterfüllung der Beschäftigungspflicht müssen Arbeitgeber eine Ausgleichsabgabe zahlen. Diese Abgabe wird jedoch nur für die Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen verwendet, was die Wichtigkeit von Inklusion unterstreicht.
Die Herausforderungen sind groß, aber die Vorteile für Unternehmen sind nicht zu leugnen. Vielfalt stärkt nicht nur die Teams, sondern hilft auch, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Viele Unternehmen haben das bereits erkannt und profitieren von geförderten Probebeschäftigungen, Zuschüssen für Arbeitsplatzgestaltung und Lohnzuschüssen. All diese Maßnahmen sind Schritte in die richtige Richtung, um eine inklusive Arbeitswelt zu schaffen.
Der Tag der offenen Tür der Lebenshilfe Gießen war nicht nur eine Veranstaltung, sondern ein eindrucksvolles Zeichen für Inklusion, Vielfalt und die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen weiterhin inspirieren und viele Unternehmen dazu ermutigen, Teil dieser wichtigen Bewegung zu werden.