In Gießen tut sich was – und das ist nicht nur ein Gerücht! Der Bau eines neuen Rechenzentrums rückt immer näher, auch wenn das genaue Datum für den ersten Spatenstich noch in den Sternen steht. Der Projektentwickler Revikon, der im Herbst 2022 das große Vorhaben angekündigt hat, ist bereits in Gesprächen mit mehreren Interessenten. Darunter sind Unternehmen aus den USA und ein deutscher Verbund. Das Ganze hat ein gewaltiges Preisschild: die Investitionshöhe schwankt zwischen 700 Millionen und einer Milliarde Euro. Ein ordentliches Sümmchen, das die Region Gießen in die digitale Zukunft katapultieren könnte.

Der Standort im Westen von Gießen kann sich sehen lassen. Dank eines Umspannwerks in der Nähe ist die Stromversorgung gesichert – mit einer Anschlussleistung von 65 Megawatt-Ampere. Das reicht nicht nur für das Rechenzentrum, sondern auch für mehrere Datencenter. Und dann wäre da noch die Nutzung von Hochleistungscomputern für Künstliche Intelligenz, die bekanntlich ordentlich Energie fressen. Revikon plant, rund 120.000 Quadratmeter für einen Campus mit IT-Betrieben und dem Rechenzentrum zu erschließen. Die Fläche, die dafür vorgesehen ist, soll jeweils sechs Hektar groß sein.

Die Bedeutung für die Region

Ein ganz besonderer Aspekt ist die Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Mittelhessen und der Justus-Liebig-Universität. Beide Bildungseinrichtungen könnten von der Rechenleistung des neuen Rechenzentrums profitieren. Spannende Möglichkeiten für Studenten und Forscher! Zudem könnte das Rechenzentrum bis zu 30 Meter hoch werden und liegt direkt neben der Westtangente des Gießener Rings. Ein imposantes Bauwerk, das nicht nur die Skyline von Gießen verändern wird, sondern auch die Abwärme könnte clever in das Fernwärmenetz der Stadtwerke eingeleitet werden. Nachhaltigkeit, wie sie sein sollte!

Revikon selbst wird das Gelände herrichten und die Liegenschaft verkaufen. Das bedeutet, dass während der Bauphase heimische Unternehmen aus der Bauindustrie und dem Handwerk profitieren könnten. Außerdem werden etwa 200 hochqualifizierte Techniker benötigt. Ein echter Aufschwung für die lokale Wirtschaft!

Ein Blick auf die nationale Rechenzentrumsstrategie

Deutschland hat einen klaren Plan: Die Kapazität von Rechenzentren soll ausgebaut werden, um der steigenden Nachfrage nach Rechenleistung gerecht zu werden. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat es treffend formuliert: Mehr Rechenpower ist nötig, um in der Künstlichen Intelligenz führend in Europa zu werden. Die im Kabinett beschlossene Rechenzentrumsstrategie zielt darauf ab, Deutschland zu einem attraktiven Standort für Rechenzentren zu entwickeln. Bis 2030 soll die IT-Anschlussleistung verdoppelt werden, und für Hochleistungsrechnen und KI wird sogar eine Vervierfachung angestrebt.

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Die Strategie konzentriert sich dabei auf drei Handlungsfelder: Energie und Nachhaltigkeit, Standort und Fläche, sowie Technologie und Souveränität. Wichtige Aspekte sind wettbewerbsfähige Strompreise und eine nachhaltige Stromversorgung für Rechenzentren. Ein leistungsfähiges und flexibles Energiesystem ist entscheidend für zukunftsfähige Rechenzentrumsstandorte. Es bleibt abzuwarten, wie schnell die Stadt Gießen die Baurechte für den IT-Campus und das Rechenzentrum umsetzen kann. Die Stadtverordneten haben im September 2023 das Bauleitverfahren gestartet, und der Entwurf für den geänderten Flächennutzungsplan soll bis Ende Juni 2024 beschlossen werden. Ein bisschen Geduld ist also gefragt – der Baubeginn wird voraussichtlich ein Jahr später sein, als ursprünglich geplant.