In Fulda, wo die Kirchtürme in den Himmel ragen und die Geschichte lebendig bleibt, spürt man die Veränderungen des Klimas hautnah. Längere Hitzeperioden, die wie ein ungebetener Gast über die Stadt ziehen, und immer häufiger auftretende Starkregenereignisse stellen die Bürgerinnen und Bürger vor neue Herausforderungen. Die Stadtverwaltung hat dies erkannt und arbeitet an einem Klimaanpassungskonzept, das unter dem Kürzel KLAK bekannt ist. Das Ziel? Die Widerstandsfähigkeit der Stadt erhöhen und gleichzeitig die Lebensqualität für alle Fuldas Bewohnerinnen und Bewohner sichern.

KLAK soll nicht nur die Klimarisiken erfassen, sondern auch bestehende Aktivitäten bündeln und konkrete Maßnahmen vorbereiten. Dabei spielt die Zusammenarbeit eine zentrale Rolle: Verwaltung, Fachleute und die Stadtgesellschaft sind gefordert, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Klimaschutz und Klimaanpassung sind dabei wie zwei Seiten derselben Medaille – während der Klimaschutz auf die Reduktion von CO₂ abzielt, bereitet sich die Anpassung auf die spürbaren Folgen des Klimawandels vor.

Maßnahmen und Konzepte

Die geplanten Maßnahmen zur Klimaanpassung sind vielfältig. Mehr Grünflächen in der Stadt könnten nicht nur das Stadtbild aufwerten, sondern auch die Luftqualität verbessern und Hitzeinseln reduzieren. Zudem braucht es vermehrte Regenwasserrückhaltung, um die Stadt bei Starkregen zu entlasten. Besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen sollen ebenfalls in den Fokus rücken – schließlich geht es um die Gesundheit aller. Und nicht zu vergessen: Das Klimaanpassungsgesetz des Bundes verpflichtet öffentliche Stellen, diese Klimarisiken in ihren Planungen zu berücksichtigen.

Die Stadtverordnetenversammlung hat 2024 beschlossen, ein eigenes Klimaanpassungskonzept zu erstellen. Seit März 2026 wird das KLAK in enger Zusammenarbeit mit zwei Fachbüros erarbeitet. Eine aktuelle Untersuchung analysiert die stark ausgeprägten Klimarisiken in Fulda. Hierbei werden auch Fachgespräche mit Vertretern aus Verwaltung und Fachorganisationen geführt, um Erfahrungen und Handlungsbedarfe zu eruieren. Ende Juni 2026 startet darüber hinaus eine Online-Umfrage, die den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gibt, ihre Beobachtungen und Ideen einzubringen.

Hitze und Gesundheit

Besonders in den eng bebauten und versiegelten Innenstädten sind die gesundheitlichen Probleme während Hitzeperioden nicht zu unterschätzen. Die Anzahl der heißen Tage nimmt kontinuierlich zu und Hitzewellen mit Temperaturen über 30°C werden zur Normalität. Umso wichtiger sind die Hinweise, die in verschiedenen Broschüren zur Verfügung stehen. Diese beinhalten Tipps zum Verhalten während der Hitze, wie etwa der Leitfaden „Sommerlicher Wärmeschutz“. Außerdem informiert das Hessische Hitzewarnsystem gezielt Einrichtungen wie Altenheime und Krankenhäuser über Wärmebelastungen in zwei Stufen – von der starken bis zur extremen Wärmebelastung.

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Der Deutsche Wetterdienst (DWD) macht es leicht, auf dem Laufenden zu bleiben, denn Hitzewarnungen können via Newsletter abonniert werden. Wer also rechtzeitig gewarnt werden möchte, sollte einen Blick darauf werfen. Schließlich ist die Anpassung an die Hitze nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Gesundheit – besonders für vulnerable Gruppen in der Gesellschaft.

Ein gemeinsames Ziel

Klimaanpassung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, doch der Klimaschutz bleibt eine Pflichtaufgabe. Die Europäische Kommission definiert Klimaanpassung als die Vorbereitung auf die aktuellen und zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass die jährliche Klimaschäden in Deutschland auf 3 bis 18 Milliarden Euro geschätzt werden – ein gewaltiger Betrag, der uns alle betrifft. Investitionen in Klimaanpassungsmaßnahmen könnten diese Kosten erheblich reduzieren und zudem Synergien für eine klimaneutrale Gesellschaft schaffen.

In Fulda ist man also auf einem guten Weg, die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen. Die Stadt setzt auf ein gemeinsames Vorgehen von EU, Bund, Ländern und Kommunen, um die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen zu schaffen, die notwendig sind, um Fulda zukunftssicher zu machen. Ein öffentlich geplanter Klimaspaziergang im Sommer 2026 wird die Bürgerinnen und Bürger direkt zu den betroffenen Orten führen – ein gutes Zeichen für eine aktive Bürgerbeteiligung. Und spätestens Anfang 2027 wird das fertige Klimaanpassungskonzept präsentiert. Ein großer Schritt in die richtige Richtung!