In Frankfurt am Main wurde ein Zufluchtsort für queere Geflüchtete geschaffen, der als wahre Schutzburg vor Gewalt und Verfolgung dient. Das Safehouse „La Villa“, betrieben von der Frankfurter Aidshilfe, empfängt seit seiner Eröffnung im Jahr 2018 Menschen, die aus unterschiedlichen Ländern geflohen sind. Unter den Bewohnern befindet sich auch Josef, ein 29-jähriger Mann aus Äthiopien, der vor drei Jahren nach Deutschland kam, um in einem sicheren Umfeld leben zu können. In seiner Heimat war Homosexualität strafbar, und Josef lebte in ständiger Angst um sein Leben.
Das Safehouse bietet nicht nur ein Dach über dem Kopf. Es ist ein Raum, der den Menschen die Möglichkeit gibt, sich selbst zu finden und durch die Unterstützung Gleichgesinnter zu heilen. Viele Bewohner haben schwerwiegende Gewalterfahrungen gemacht, häufig sogar von ihren eigenen Familien. «Ich habe lange Zeit unter Depressionen und Selbsthass gelitten», berichtet Josef, der nun im Safehouse die nötige Zeit und den Raum findet, um sich weiterzuentwickeln.
Ein neues Zuhause finden
Die Sicherheitsvorkehrungen im Safehouse sind streng, denn einige Bewohner wurden bereits verfolgt und belästigt. Ein Sicherheitsdienst sorgt rund um die Uhr dafür, dass die Menschen in diesem Ort der Sicherheit unbehelligt bleiben können. Mit 31 Plätzen ist das Safehouse stets voll ausgelastet, der Bedarf übersteigt die Angebote deutlich. Der Stadt Frankfurt ist es ein Anliegen, seit 2018 jährlich rund 160.000 Euro in die Finanzierung zu investieren, um queeren Geflüchteten diese Schutzeinrichtung zu ermöglichen.
Zusätzlich zum Safehouse wurde im Jahr 2018 das Rainbow Refugee Support ins Leben gerufen. Dieses Projekt bietet nicht nur Unterkunft, sondern auch Sozialberatung, Unterstützung bei migrationsrechtlichen Fragen sowie den Zugang zu medizinischen und psychosozialen Hilfsangeboten. Ein wöchentlicher Stammtisch ermöglicht es den queeren Geflüchteten, in entspannter Atmosphäre ins Gespräch zu kommen und Freundschaften zu schließen.
Verbesserte rechtliche Rahmenbedingungen
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für geflüchtete Personen haben sich ebenfalls verbessert. Mit der im Oktober 2022 in Kraft getretenen Dienstanweisung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wird queeren Geflüchteten ein besserer Schutz zugesichert. Diese Richtlinien stellen sicher, dass die Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität als legitimer Grund für Asyl anerkannt wird. Künftig wird davon ausgegangen, dass queere Menschen offen leben möchten, ohne dazu gezwungen zu werden, ihre Identität zu verbergen.
Die Bemühungen von Organisationen wie der Frankfurter Aidshilfe und den gesetzlichen Änderungen zeigen, dass ein Fortschritt erzielt wurde, um die Sicherheit und Lebensqualität für queere Geflüchtete in Deutschland zu erhöhen. Die Herausforderungen sind weiterhin groß, aber mit Initiativen wie dem Safehouse „La Villa“ und dem Rainbow Refugee Support blickt man hoffnungsvoll in die Zukunft.