Zugreisen neu erleben: Auf der Schiene nach Paris und darüber hinaus
Am Frankfurter Hauptbahnhof ist es ein geschäftiges Treiben. Der ICE am Gleis drei steht still, die Türen öffnen sich, und Reisende strömen hinein. Familien, junge Paare, Alleinreisende und Geschäftsleute – alle haben ein Ziel: Paris. Für viele ist die Zugfahrt mehr als nur eine Fortbewegung. Ahmed Hatem, Anfang zwanzig, sieht das Reisen mit der Bahn als nachhaltige Wahl. „Mit dem Zug nach Paris? Das ist einfach der Hammer!“, sagt er mit einem breiten Grinsen. Auch Nina Bruns, die von Berlin über Frankfurt nach Paris und dann weiter nach Bordeaux reist, schätzt die Flexibilität und den Komfort der Bahn. Malte Vatkins ist mit seiner Partnerin und ihrem fünf Monate alten Sohn unterwegs. „Es ist einfach viel entspannter, besonders mit einem Baby“, erklärt er.
Im Zug gibt es kein Gedränge, kein hektisches Anstehen wie am Flughafen. Die Reisenden können sich frei bewegen, sich mit Freunden unterhalten oder einfach die Landschaft genießen. Es gibt aber auch eine spannende Diskussion über die Preisunterschiede zwischen Flug und Bahn. „Manchmal ist das Fliegen günstiger, aber die gesamten Kosten – Zeit, Stress, alles – das spielt eine Rolle“, meint eine Reisende nachdenklich. Tatsächlich bestätigt der Sprecher der Deutschen Bahn, dass der innereuropäische Reiseverkehr in den letzten Jahren zugenommen hat. Frankfurt-Paris ist da nur der Anfang eines wachsenden Netzes internationaler Hochgeschwindigkeitsstrecken.
Wachsendes Netzwerk und neue Verbindungen
Seit 2023 gibt es sogar eine saisonale Direktverbindung nach Bordeaux, die aufgrund der hohen Nachfrage im Sommer eingerichtet wurde. Die Reisenden können nun auch direkt nach Amsterdam, Brüssel, Straßburg, Lyon, Marseille, Wien, Graz und Mailand reisen. Die Nachfrage ist groß – vor allem nach Verbindungen nach Paris, Amsterdam, Brüssel und in die Schweiz. Wer sich für eine Reise nach London interessiert, kann sich auf eine langfristige Planung für eine Eurostar-Direktverbindung freuen. Natürlich bringt das auch gewisse Herausforderungen mit sich. Die Sicherheitsanforderungen, Grenzkontrollen und unterschiedlichen Zulassungssysteme machen es nicht gerade einfach.
Die EU-Kommission hat das erkannt und neue Vorschläge zur Beschleunigung des Ausbaus des europäischen Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes verabschiedet. Ziel ist es, ein effizienteres und stärker vernetztes Verkehrssystem zu schaffen. Züge, die Geschwindigkeiten von über 200 km/h erreichen, könnten die Reisezeiten erheblich verkürzen. Beispielsweise soll die Bahnverbindung zwischen Kopenhagen und Berlin von sieben auf vier Stunden sinken – das klingt doch nach einer guten Nachricht für alle Reisenden! Auch die Verbindung zwischen Paris und Rom könnte bis 2030 von 10:50 auf 8:45 Stunden verkürzt werden.
Die Zukunft der Bahnreisen
Ein neues Aktionsprogramm, das auf dem transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-V) basiert, zielt darauf ab, grenzüberschreitende Engpässe zu beseitigen und die Geschwindigkeiten über 250 km/h zu erhöhen, wenn es wirtschaftlich rentabel ist. Die dafür benötigten Investitionen könnten bis 2035 rund 100 Milliarden Euro erfordern. Damit sollen nicht nur schnellere Verbindungen geschaffen werden, sondern auch die Bedingungen für Innovation und Investitionen in der Bahnindustrie verbessert werden.
Die Vision ist klar: Schnelle, komfortable, sichere und zuverlässige Zugverbindungen, die längst überfällig sind. Bis 2035 könnten wir beispielsweise eine Verbindung von Sofia nach Athen erleben, die nur noch sechs Stunden dauert – das ist eine Reduzierung um mehr als 50%! Und auch die baltischen Staaten sollen ab 2030 besser miteinander verbunden sein. Wer weiß, vielleicht wird die Zugfahrt von Paris nach Lissabon über Madrid bis 2035 Realität.
Während die Reisenden in Paris aussteigen und in verschiedene Richtungen weiterreisen, bleibt die Vorfreude auf kommende Abenteuer. Die Zugreise ist nicht nur eine Art der Fortbewegung, sie ist auch eine Verbindung zwischen Menschen und Kulturen. Und das ist es, was das Reisen so besonders macht.
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