Die Messe Frankfurt, das pulsierende Herz der deutschen Messewirtschaft, steht derzeit vor einem spannenden, wenn auch herausfordernden Jahr. Trotz der schwierigen Wirtschaftslage zeigt sich Wolfgang Marzin, der Chef der Messe Frankfurt, optimistisch. Laut seinen Aussagen wird der Umsatz für 2025 auf etwa 766 Millionen Euro geschätzt, was zwar hinter den angestrebten 800 Millionen Euro zurückbleibt, aber dennoch einen soliden Ausblick bietet. Im Vergleich dazu sank der Umsatz im Jahr 2024 auf 775 Millionen Euro, nachdem für dieses Jahr ursprünglich 839 Millionen Euro vorgesehen waren.

Die Ursachen für diese Rückgänge sind vielschichtig. Absagen von Messen im arabischen Raum infolge des Irankriegs, die Einstellung der Prolight+Sound sowie eine Verkleinerung der Eurobike haben einen klaren Einfluss auf die Zahlen gehabt. Während der Inlandsumsatz um 34 Millionen Euro auf 398 Millionen Euro sank, konnte der Auslandsumsatz von 343 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 368 Millionen Euro gesteigert werden. Das bedeutet, dass mittlerweile 48 Prozent des Konzernumsatzes aus dem Ausland stammen – ein Zeichen, das die Internationale Strategie der Messegesellschaft untermauert.

Erfolg durch Internationalisierung

Die Tochtergesellschaften im Ausland haben im Jahr 2024 ein bemerkenswertes Jahresergebnis von 71,4 Millionen Euro erzielt, was einen Anstieg von 53,8 Millionen Euro im Vorjahr darstellt. Besonders die Märkte in Indien, China, Japan, Korea, Dubai und den USA zeigen Wachstumspotenzial. Die Messegesellschaft hat für das laufende Geschäftsjahr bereits 359 Veranstaltungen eingeplant. Bis 2027 sind zudem 20 neue Messen vorgesehen, darunter spannende Formate wie der Salon du Chocolat in New York, der 2026 stattfinden soll. Es ist klar, dass die Messe Frankfurt auch in Zukunft auf der internationalen Bühne eine bedeutende Rolle spielt.

Ein weiterer Lichtblick sind die robusten Finanzkennzahlen: Während der Eigenkapitalanteil auf rund 650 Millionen Euro steigt, sinken die Verbindlichkeiten auf 460 Millionen Euro. Der Verschuldungsgrad hat sich mittlerweile von 100 auf 71 Prozent reduziert, was zeigt, dass die Messegesellschaft finanziell gut aufgestellt ist. Die Eigenkapitalquote hat sich auf etwa 52 Prozent erhöht – solide Grundlagen für die kommenden Herausforderungen.

Ein Wechsel in der Führung

Mit einem gewissen Bedauern wird auch der bevorstehende Ruhestand von Geschäftsführer Detlef Braun zum Jahresende zur Kenntnis genommen. Christine von Schildt wird die Geschäfte am Standort Frankfurt übernehmen, während Heiko Stutzinger die Aufgaben von Braun übernehmen wird. Marzin selbst bleibt bis 2030 im Amt und sieht die Messe Frankfurt als einen der weltweit führenden Veranstalter von Messen und Events. Die Bedeutung Frankfurts als Hauptstandort für internationale Leitmessen wird von ihm nochmals betont, denn hier finden 90 Prozent der internationalen Veranstaltungen statt.

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Interessanterweise sieht die Messegesellschaft ihr Geschäftsmodell nicht durch die digitale Transformation oder Künstliche Intelligenz bedroht. Stattdessen wird die Online-Plattform zur ganzjährigen Fortführung der Messen genutzt. Es zeigt sich also, dass Innovation und Tradition Hand in Hand gehen können.

Die Rolle Deutschlands im internationalen Messegeschehen

Im Kontext der globalen Messewirtschaft ist Deutschland nach wie vor der führende Messeplatz. Im Jahr 2025 reisten über 2,78 Millionen ausländische Besucher zu 158 nationalen und internationalen Messen. Die meisten dieser Besucher kamen aus den Niederlanden, Österreich und Italien. Auf den Messen selbst präsentierten sich über 99.190 ausländische Unternehmen – ein Beweis für die Anziehungskraft, die Deutschland auf internationale Aussteller ausübt.

Die Messe Frankfurt bleibt also ein wichtiger Akteur in diesem dynamischen Umfeld, und trotz aller Herausforderungen gibt es Anzeichen für einen positiven Ausblick. Die Welt der Messen ist ein lebendiger Organismus, der sich ständig weiterentwickelt und anpasst – und Frankfurt steht an vorderster Front.

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