Grenzenlose Geduld: Das neue Entry-Exit-System am Frankfurter Flughafen im Testlauf
Am Frankfurter Flughafen, einem der größten Drehkreuze Europas, hat sich in diesem Sommer einiges verändert. Das neue europäische Entry-Exit-System (EES) wurde während der Ferienzeit getestet und sorgt für eine Menge Aufregung, nicht nur bei den Reisenden, sondern auch bei den Behörden. Seit dem 10. April 2023 ersetzt dieses System das gewohnte Stempeln der Reisepässe und soll die Sicherheit an den Außengrenzen des Schengenraums erhöhen. Doch die Umsetzung bringt Herausforderungen mit sich.
Reisende aus Drittstaaten müssen sich nun auf längere Wartezeiten einstellen. Bei der Einreise werden Fingerabdrücke, ein Gesichtsbild und Passdaten erfasst, was in der ersten Ferienwoche zu Wartezeiten von bis zu zwei Stunden geführt hat. Laut dem Flughafenverband ADV sind diese Wartezeiten ein echtes Problem, und die ACI berichtet sogar von Wartezeiten von bis zu fünf Stunden! Das klingt nach einem echten Geduldsspiel, vor allem wenn man bedenkt, dass Fraport mit rund 9 Millionen Reisenden und 60.000 Flugbewegungen während der Sommerferien rechnet. Reisende wurden daher vorab gewarnt, mindestens drei Stunden vor Abflug am Terminal zu sein – ein guter Rat, wenn man nicht in den Stress eines verpassten Flugs geraten möchte.
Die neuen Herausforderungen am Flughafen
Die Bundespolizei hat Unterstützung von der Bundesbereitschaftspolizei erhalten, um die Kontrollen zu bewältigen. Und obwohl die Behörden betonen, dass das EES eine EU-weit einheitliche Modernisierung der Grenzkontrollen darstellt, bleibt die Frage, ob die Sicherheitsgewinne wirklich die Unannehmlichkeiten aufwiegen. Reisende aus Deutschland und anderen Schengen-Staaten sind von der neuen Registrierung nicht betroffen und können ganz bequem die EasyPass-Schleusen nutzen. Das klingt nach einer Erleichterung für viele, aber diejenigen, die aus Drittstaaten einreisen, haben diese Vorteile nicht.
Das EES wurde von allen EU-Mitgliedstaaten, mit Ausnahme von Irland und Zypern, sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz eingeführt. Es soll die Ein- und Ausreise von Personen, die für einen Kurzaufenthalt bis zu 90 Tagen im Schengen-Raum reisen, digital registrieren. Allerdings ändert es nichts an den bestehenden Einreise- und Aufenthaltsvoraussetzungen. Stattdessen werden die Abläufe an den Grenzkontrollstellen modernisiert – und das könnte, wie wir gesehen haben, zu einem Geduldsspiel für viele Reisende führen.
Technische Unterstützung und Zukunftsausblick
An den Flughäfen stehen bereits 248 Self-Service-Systeme zur Verfügung, um die biometrische Datenerfassung zu erleichtern. Diese sollen den Prozess beschleunigen, doch die Realität zeigt, dass die Umstellung nicht ganz reibungslos verläuft. Die Bundespolizei plant zudem die Einführung einer europäischen „Travel 2 Europe“-App zur Vorab-Erfassung von Daten, die die Abläufe in Zukunft weiter optimieren könnte.
Letztlich bleibt zu hoffen, dass die positiven Auswirkungen des EES, die von der EU-Kommission betont werden, die anfänglichen Schwierigkeiten überwiegen. Es ist ein gewaltiger Schritt in Richtung einer digitalisierten und sichereren Reiseerfahrung – auch wenn der Weg dorthin steinig ist. Der Frankfurter Flughafen wird weiterhin im Fokus stehen, und wir sind gespannt, wie sich die Dinge entwickeln werden, wenn das EES in den kommenden Monaten vollständig in Betrieb geht.
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