Heute in Frankfurt am Main dreht sich alles um die spannende Umnutzung von Büroflächen. Mit einem klaren Blick auf die Zukunft transformieren Investoren alte Bürotürme in lebendige Wohnräume, und das auf eine Art und Weise, die sowohl den Bedürfnissen der Stadt als auch den Wünschen der Bewohner gerecht wird. Ein Beispiel dafür ist das „Hochhaus am Turm“ an der Bleichstraße, das 1974 eröffnet wurde und mit seinen etwa 70 Metern Höhe in Nachbarschaft des Eschenheimer Turms thront. Das Immobilienunternehmen Aroundtown hat diesen Bau erworben und plant eine Umnutzung, die bis 2028 abgeschlossen sein soll. Die Vision? 86 Serviced Apartments, die eine Mischung aus Hotelzimmern und Wohnungen darstellen – voll möbliert, mit zusätzlichen Serviceleistungen. Das Ganze wird durch Gastronomie- und Fitnessangebote ergänzt. Ein ambitioniertes Projekt, das die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit urbaner Immobilien erhöhen und die Quartiere beleben soll.

In der gleichen Zeit zieht ein weiteres Projekt in Niederrad, dem Lyoner Quartier, alle Blicke auf sich. Hier wird ein ehemaliger Büroturm in den „We Live Tower“ umgewandelt. Der 18-stöckige Bau wird 364 Apartments beherbergen, davon 220 vollmöblierte Micro-Living-Apartments und 144 Serviced Apartments unter der Marke Rioca. Die Zielgruppe? Berufspendler, junge Beschäftigte und Studierende, die nach erschwinglichem Wohnraum suchen. Das Erdgeschoss wird zusätzliche Gewerbeflächen bieten, die Nutzung ist allerdings noch offen. Der Umbau wird als Antwort auf den Wohnraummangel in Frankfurt gesehen und stellt eine wirtschaftlich interessante Option für Projektentwickler dar. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts wird im dritten Quartal 2027 erwartet.

Vom Büro zum Wohnraum

Frankfurt hat in den letzten 15 Jahren einen bemerkenswerten Wandel durchgemacht. Die Zahl der Flächenkonversionen hat sich mehr als verdoppelt – ein Zeichen dafür, dass Umnutzungen von Büros zu Wohnungen hierzulande eine immer wichtigere Rolle spielen. Tatsächlich liegt der Anteil der fertiggestellten Wohneinheiten aus Konversionsprojekten im Fünfjahresschnitt bei rund 33 Prozent. Aktuell sind 31 Prozent der Baupipeline in Frankfurt Projekte, die auf Umnutzungen abzielen, und davon 16 Prozent von Büro- zu Wohnflächen. Das ist fast schon revolutionär.

Die Vorteile dieser Entwicklung sind vielfältig. Die hohe Grundflächenausnutzung und der natürliche Lichteinfall vieler Bürotürme machen sie ideal für eine Umwandlung in Wohnraum. Technische Kriterien wie Deckenhöhen oder die Lage der Immobilie spielen zwar eine wichtige Rolle, aber auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten sind entscheidend. Und das Beste? Die durchschnittlichen Umbaukosten sind fast 50 Prozent günstiger als die für Neubauten. Ein echtes Plus für alle, die in die Zukunft der Stadt investieren wollen.

Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Haustechnik, Brandschutz und Schallschutz müssen angepasst werden, und auch die Belichtung sowie die Erschließung der neuen Wohnräume stellen die Entwickler vor knifflige Aufgaben. Ein schmaler Grat zwischen Erhalt der alten Substanz und der Schaffung moderner Wohnkonzepte. Es bleibt spannend zu beobachten, wie Frankfurt und seine Stadtteile sich weiterentwickeln und zu lebendigen Wohn- und Arbeitsräumen transformiert werden.

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