Am 6. Juli 2026 wurde im Stadthaus von Darmstadt ein bedeutendes Ereignis gefeiert: Die Eröffnung der Ausstellung „Jin, Jiyan, Azadî – Die Errungenschaften der Frauenrevolution“. Ein Ereignis, das nicht nur die Wände des Stadthauses zum Schwingen brachte, sondern auch viele Herzen berührte. Barbara Akdeniz, die Bürgermeisterin von Darmstadt, übernahm die Schirmherrschaft und hieß zahlreiche Besucher:innen sowie Stadtverordnete der Grünen und der Linken willkommen. Mit ihrer bewegenden Ansprache erinnerte sie an die Resolution des Stadtparlaments zur Solidarität mit Rojava und unterstrich die Verantwortung der Stadt gegenüber den kurdischen Einwohner:innen. Es war fast so, als ob ihre Worte die Luft mit Hoffnung und Entschlossenheit erfüllten.

Akdeniz hob die Errungenschaften der Frauen und die inspirierende Vorbildfunktion der kurdischen Frauenbewegung hervor. In einem Weltbild, in dem Frauenrechte oft durch autoritäre Systeme bedroht sind, ist es wichtig, dass Städte wie Darmstadt ihre Solidarität mit den Kurd:innen bekräftigen. Annett Bender, die vom Europakomitee der Stiftung der Freien Frau Syriens (WJAS) sprach, baute auf dieser Botschaft auf. Sie berichtete von den Herausforderungen, mit denen die kurdischen Frauen in Syrien konfrontiert sind, und betonte die Bedeutung internationaler Solidarität. Die Situation in der Region ist angespannt – die Türkei, der „Islamische Staat“ und andere Gruppen setzen die Errungenschaften der Frauenbewegung unter Druck.

Die Revolution in Rojava

Vor 13 Jahren begann in Nord- und Ostsyrien eine Revolution, die das Leben der Menschen in Rojava grundlegend veränderte. Die kurdische Bevölkerung ergriff die Möglichkeit, sich zu organisieren und ein neues Gesellschaftsmodell zu entwickeln, das auf dem Paradigma der Demokratischen Nation von Abdullah Öcalan basiert. Frauen wurden zu einer treibenden Kraft in dieser Revolution. Sie organisierten sich in autonomen Strukturen, gründeten Frauenräte, Akademien und Institutionen, um Bildung zu fördern und gegen patriarchale Denkweisen zu kämpfen. Es ist bemerkenswert, dass alle Strukturen der Selbstverwaltung paritätisch besetzt sind – sprich, mindestens 50 % Frauenanteil in Entscheidungsgremien! Diese Errungenschaften sind das Ergebnis harter Arbeit und unermüdlichen Engagements.

Die Region hat sich nicht nur gegen den IS und andere dschihadistische Gruppen erfolgreich verteidigt, sondern auch eine Vielfalt an Frauenorganisationen hervorgebracht, die die Stimmen von arabischen, armenischen, assyrischen und ezidischen Frauen stärken. Doch trotz dieser Erfolge bleibt die Bedrohung durch veraltete, misogynistische Denkweisen und neue politische Herausforderungen präsent. Die Übergangsregierung plant, anstelle eines Frauenministeriums eine Behörde für Familienangelegenheiten einzurichten. So wird das bestehende Frauen- und Familienrecht untergraben, und Frauenorganisationen wie Mala Jin und Sara kämpfen weiterhin gegen Gewalt an Frauen – ein Kampf, der nicht leicht ist.

Solidarität und internationale Vernetzung

In dieser angespannten Situation sind Solidarität und internationale Vernetzung von entscheidender Bedeutung. Halide Türkoğlu, die frauenpolitische Sprecherin der Partei der Völker für Gleichheit und Demokratie (DEM), betont in ihren Interviews immer wieder, wie wichtig es ist, dass Frauen vor Ort Politik gestalten und sich für eine freie, gleichberechtigte Gesellschaft einsetzen. Sie berichtet von den Frauenräten, die aus einer Vielzahl von Frauen – kurdischen, sozialistischen, feministischen und aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen – bestehen. Der Kampf der Frauen wird als gleichwertiger Teil eines umfassenden Arbeits- und Klassenkampfes verstanden, und die Vision ist klar: der Aufbau einer freien, gleichberechtigten Gesellschaft.

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Die Ausstellung im Justus-Liebig-Haus ist bis zum 18. Juli zu sehen. Und am 17. Juli wird im Naturfreundehaus Darmstadt der Film „Trotz alledem“ von Robert Krieg gezeigt – ein weiteres Highlight, bei dessen Vorführung der Regisseur anwesend sein wird. Inmitten all dieser Aktivitäten spürt man die Kraft und Entschlossenheit der kurdischen Frauenbewegung und ihrer Unterstützer:innen, die entschlossen sind, ihre Errungenschaften nicht kampflos aufzugeben. Die Luft ist erfüllt von einem Geist des Wandels und der Hoffnung, und man spürt: Es gibt noch viel zu tun, aber der Weg ist geebnet.

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