Feuer und Wasser: Wenn Rivalität auf Gemeinschaft trifft
Heute ist der 25.06.2026 und in Darmstadt dreht sich alles um ein Werbeplakat, das für ordentlich Zündstoff sorgt. Der Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) hat mit einem neuen Slogan für Aufregung in den Fankreisen gesorgt: „Was verbindet Adler und Lilien? Die Öffis halten unsere Region zusammen.“ Auf dem Plakat prangen zwei S-Bahn-Linien, die aus verschiedenen Richtungen zusammengeführt werden, und das Bild spielt auf die jahrzehntelange Rivalität zwischen Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98 an. Man könnte sagen, das ist wie das Zusammenführen von Feuer und Wasser – die beiden Fanlager sind traditionell verfeindet und haben bereits in der Vergangenheit mit massiven Auseinandersetzungen auf sich aufmerksam gemacht. Erinnerungen an die Massenschlägerei vor dem Hessen-Derby 2017, bei der 60 Fans festgenommen wurden, sind noch frisch im Gedächtnis.
Einer der Eintracht-Fans, Petrit Grapci, äußert sich kritisch zu dieser Aktion und berichtet von aufgebrachten Anhängern. „Wie kann man so etwas machen?“, ist die allgemeine Stimmung unter den Fans. Der RMV hingegen verfolgt mit dieser Kampagne eine Demokratie-Offensive, die zeigen soll, dass die Bahn Menschen in unserer Region verbindet. Das klingt ja fast schon nach einer romantischen Vorstellung von Gemeinschaft! Ein RMV-Sprecher betont, dass der Slogan das Verbindende in den Vordergrund stellen soll. Schließlich lebt die Demokratie vom Austausch unterschiedlicher Ansichten – auch wenn es in diesem Fall eher um die Auseinandersetzungen auf dem Fußballplatz geht.
Rivalitäten im Fußball
Diese Art von Rivalität ist nicht nur ein Phänomen in der Region, sondern ein weit verbreitetes Thema im Fußball. Das Projekt „Rivalität und Fan-Aggressionen“ beschäftigt sich eingehend mit den Kommunikationsstrategien, die eingesetzt werden, um aggressive Verhaltensweisen von rivalisierenden Fans zu reduzieren. Es ist ein heikles Thema, das nicht einfach abzutun ist. Forscher haben herausgefunden, dass oft versucht wird, Rivalität mit harmlosen Aussagen wie „Das Derby ist kein Krieg“ oder „Ein Sieg gibt auch nur drei Punkte“ herunterzuspielen. Das lässt sich allerdings nicht immer auf die Fans übertragen, die sich in ihren Emotionen oft von solchen Botschaften nicht erreicht fühlen.
Ein alternativer Ansatz, den das Forschungsteam entwickelt hat, nennt sich „duale Identität“. Dabei wird betont, dass beide rivalisierenden Klubs nicht nur Unterschiede, sondern auch Gemeinsamkeiten haben – das kann zum Beispiel die Repräsentation einer Region sein, wie bei den Dortmunder und Schalkern im Ruhrgebiet oder den Nürnbergern und Fürthern in Franken. Man fragt sich, ob eine solche Herangehensweise auch in der Rivalität zwischen Frankfurt und Darmstadt fruchten könnte. Schließlich sind es nicht nur die Farben und die Wappen, die die Fans zusammen oder auseinander bringen. Es sind Emotionen, Identitäten und die ungeschriebene Geschichte, die auf dem Platz und abseits davon geschrieben wird.
Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten. Die Kampagne „Die Öffis halten unsere Region zusammen“ hat gerade erst begonnen, und die Reaktionen der Fans stehen noch aus. Doch eines ist sicher: In der Welt des Fußballs ist nichts so beständig wie die Rivalität – und das Plakat wird sicherlich noch für Gesprächsstoff sorgen!
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