Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gibt es erfreuliche Nachrichten in der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP): Seit einem halben Jahr wurde kein neuer positiver Fall festgestellt. Der letzte bestätigte ASP-Fund datiert vom 26. Oktober 2025, und zwar in der Nähe von Groß-Bieberau. Laut den Angaben des Landes Hessen gilt der Landkreis weiterhin als ASP-frei. Dies ist ein Lichtblick für die Region, die sich intensiv um die Bekämpfung der Seuche bemüht hat.
Vize-Landrat Lutz Köhler hebt die Bedeutung der Bejagung, der funktionierenden Zäune und geschlossenen Tore hervor. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die ASP unter Kontrolle zu halten. Vollständige Entwarnung gibt es jedoch nicht, denn zuletzt wurden am 7. April 2026 in Lampertheim (Kreis Bergstraße) neue Fälle festgestellt. Das Ziel bleibt, die Voraussetzungen für eine Rückstufung der Sperrzonen durch die EU zu erfüllen. Hierfür müssen die sogenannten „Weißen Zonen“ frei von Schwarzwild bleiben.
Effektive Maßnahmen und Zusammenarbeit
Um die ASP-Bekämpfung erfolgreich voranzutreiben, ist eine deutliche Reduzierung des Schwarzwildbestandes im gesamten Kreisgebiet erforderlich. Seit Beginn der Maßnahme wurden bereits 2.268 Wildschweine im Rahmen der ASP-Bekämpfung erlegt (Stand: 24.04.2026). Zudem wird für jedes ordnungsgemäß abgegebene Stück Schwarzwild eine Schussprämie von 200 Euro gezahlt, was viele Jäger motiviert. Besondere Vorgaben gelten weiterhin für schweinehaltende Betriebe, bei denen jede Verbringung von Hausschweinen beim Veterinäramt beantragt werden muss.
Die Zusammenarbeit mit den Landwirten wird als positiv hervorgehoben. Städte und Gemeinden im Landkreis unterstützen die ASP-Bekämpfung durch spezielle Bergeteams, die gefundene Kadaver sichern und bergen. Der Landkreis sieht sich auf einem guten Weg zur Normalität, wobei Bejagung, Biosicherheit und Seuchenprävention entscheidend bleiben.
Die Afrikanische Schweinepest im Kontext
Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Virusinfektion, die sowohl Haus- als auch Wildschweine befällt und in fast allen Fällen zum Tod der Tiere führt. Seit 2014 breitet sich das Virus in Europa aus, wobei die ersten Ausbrüche in Deutschland 2020 bei Wildschweinen und 2021 bei gehaltenen Schweinen festgestellt wurden. Das Virus ist jedoch nicht auf Menschen übertragbar, sodass der Verzehr von Schweinefleisch in dieser Hinsicht unbedenklich ist.
Die Ansteckungsgefahr ist hoch bei Kontakt mit Blut oder Kadavern infizierter Tiere. Das Virus kann durch direkten Kontakt, verunreinigte Gegenstände oder Lebensmittel übertragen werden. Grundsätzlich ist auch eine Übertragung durch Insekten möglich, jedoch sind in hiesigen Breiten keine Lederzecken anzutreffen. Um die Ausbreitung der ASP zu verhindern, sind strikte Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinehaltungen erforderlich.
Die Bekämpfung der ASP erfordert umfassende Maßnahmen, darunter die Festlegung infizierter Gebiete, Jagdruhe und verstärkte Bejagung bei Wildschweinen sowie die Tötung und Beseitigung aller Schweine in betroffenen Beständen. Auch die Kosten für Kontrollmaßnahmen und die finanziellen Einbußen, die betroffene Gebiete erleiden, sind nicht zu vernachlässigen. Die Ausrottung der Seuche kann mehrere Jahre in Anspruch nehmen, und derzeit gibt es weder Impfstoffe noch Heilmittel gegen ASP.
Die Situation bleibt angespannt, und es ist wichtig, dass alle Beteiligten – von Landwirten über Jäger bis hin zu Behörden – weiterhin zusammenarbeiten, um die ASP konsequent zu bekämpfen und die Region Darmstadt-Dieburg zu schützen.