Feldhamster – diese kleinen, pelzigen Akrobaten der Wiesen und Felder haben in Deutschland eine bewegte Geschichte hinter sich. Einst in den 1950er Jahren weit verbreitet, galten sie sogar als Plage. Doch die Zeiten haben sich gewandelt. Heute sind sie vom Aussterben bedroht. In Hessen, ganz konkret in Langgöns, wird den süßen Nagetieren eine zweite Chance gegeben. Hier wird gezielt gezüchtet und ausgewildert – ein echter Lichtblick in der tristen Bilanz der letzten Jahrzehnte!

Die Lage ist ernst: Der Bestand der Feldhamster hat sich zwar leicht erholt, doch Entwarnung gibt es noch lange nicht. Ganze 102 dieser kleinen Geschöpfe wurden in diesem Jahr in Hessen ausgewildert, darunter auch in Frankfurt-Bergen-Enkheim und Pfungstadt-Eschollbrücken. Die Auswilderung wird von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) koordiniert. In Langgöns, wo vor fünf Jahren eine Zuchtstation eingerichtet wurde, haben über 200 Feldhamster ein neues Zuhause gefunden – die meisten stammen aus freier Wildbahn, einige aus dem Opel-Zoo in Kronberg. Das Ziel? Inzucht und deren verheerenden Folgen wie tödliche Krankheiten und niedrige Geburtenraten bekämpfen.

Herausforderungen für die kleinen Nager

Die Herausforderungen, vor denen die Feldhamster stehen, sind vielfältig und bedrückend. Klimawandel, Verlust geeigneter Lebensräume, Monokulturen und Fressfeinde setzen den kleinen Tieren zu. In den letzten 70 Jahren ist die Zahl der Feldhamster in Deutschland um erschreckende 99 Prozent gesunken. Und das ist nicht nur eine Zahl – das bedeutet, dass wir in 30 Jahren vielleicht keinen einzigen dieser Tiere mehr sehen könnten, wenn sich nicht bald etwas ändert. Im Juli 2020 wurde der Feldhamster auf der Roten Liste als unmittelbar vom Aussterben bedroht eingestuft. Die Population in Deutschland hat sich dermaßen reduziert, dass größere Vorkommen nur noch in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen existieren.

Die Zuchtstation in Langgöns hat sich zum Ziel gesetzt, die Bestände zu stabilisieren. Biologin Maie Kool betont, dass ohne menschliches Eingreifen die Feldhamster nicht überleben könnten. Ein Großteil der gezüchteten Tiere wird mit GPS-Sendern ausgestattet, um ihren Standort nach der Auswilderung zu verfolgen. So bleibt man am Puls der kleinen Nager und kann wertvolle Erkenntnisse sammeln. Die Anzahl der Hamster-Bauten wird durch Kartierungen überwacht – ein spannendes Monitoring, das Aufschluss darüber gibt, wie sich die Tiere in der neuen Freiheit schlagen.

Unterstützung von Landwirten und der Gesellschaft

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Unterstützung von Landwirten. Sie stellen Projektflächen zur Verfügung und sparen Ernte-Streifen aus. Diese Zusammenarbeit ist ein Schlüssel zum Erfolg! Das hessische Landwirtschafts- und Umweltministerium honoriert die Bemühungen mit finanziellen Entschädigungen. Ein Betrag von rund 720.000 Euro wird für das Projekt bis 2028 bereitgestellt – ein richtiger Schritt in die richtige Richtung, aber es braucht mehr als nur Geld. Die Sensibilisierung der Gesellschaft spielt eine immense Rolle. Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen, die auf die Bedeutung des Feldhamsters hinweisen, sind genauso wichtig.

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In Pohlheim dürfen die Feldhamster in diesem Jahr erstmals selbst überlassen werden. Ein mutiger Schritt in die Freiheit! Doch die Rückkehr in die Wildnis ist nicht ohne Herausforderungen. Die Zerstörung von Lebensräumen durch Flächenfraß und Monokulturen verschärfen die Situation für die kleinen Nager. Auch die Wurfgröße hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verringert: Wo früher 8-10 Jungtiere zur Welt kamen, sind es heute nur noch 3-4. Und die Anzahl der Würfe pro Jahr hat sich von 2-3 auf 1-2 reduziert. Ein Teufelskreis, der dringend durchbrochen werden muss!

Mit den richtigen Maßnahmen, einer engagierten Gemeinschaft und einem klaren Plan kann der Feldhamster vielleicht doch noch gerettet werden. Das ehrenamtliche Feldhamsternetzwerk in Thüringen ist ein Beispiel dafür, wie Bürger aktiv werden können. Die Idee, Feldhamsterbaue in Schwerpunktgebieten zu kartieren und dadurch wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen, könnte der Schlüssel zu erfolgreichen Schutzmaßnahmen sein. Hier wird nicht nur die Natur geschützt, sondern auch das Bewusstsein für die Bedeutung der Biodiversität geschärft. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, und vielleicht, vielleicht gibt es eines Tages wieder ein fröhliches Geplätscher der Feldhamster in den Wiesen und Feldern Hessens!