Heute ist der 12.05.2026 und in Hamburg stehen die Alsterschwäne wieder vor einem wichtigen Umzug. Jedes Jahr verlassen zwischen 90 und 100 von ihnen ihr Winterquartier, um in die Heimatgewässer zurückzukehren. Normalerweise passiert das im März oder April, doch heuer ist alles anders: Die Schwäne haben sich verspätet, und das aus einem sehr ernsten Grund. Das Vogelgrippe-Virus hat in den Wochen zuvor gewütet, was nicht nur viele Gänse, sondern auch die Schwäne gefährdete. Olaf Nieß, der Schwanenvater, spricht von einer herausfordernden Zeit für die Tiere, die seit Jahrhunderten als Wahrzeichen Hamburgs gelten und für Freiheit und Unabhängigkeit stehen.

Das Hamburger Schwanenwesen, das bereits 1674 gegründet wurde und somit die älteste Dienststelle der Stadt ist, hat sich um die Schwäne und andere Wildtiere gekümmert. Während des Winters werden die Alsterschwäne in einem Winterquartier versorgt, um sie vor dem Virus und den oft harschen Winterbedingungen zu schützen. In diesem Jahr sind sie nicht im Eppendorfer Mühlenteich untergebracht, wie es normalerweise der Fall ist, sondern in der Wildtierstation in Ohlsdorf.

Eine lange Tradition

Die Tradition des Umzugs der Alsterschwäne ist tief in Hamburg verwurzelt. Schon im Herbst und Frühjahr ziehen die majestätischen Vögel in ihr Winterquartier und kehren im März zurück. Eine alte Legende besagt, dass diese Schwäne nicht nur für die Freiheit, sondern auch für den wirtschaftlichen Erfolg der Stadt stehen. Bereits im 16. Jahrhundert wurden öffentliche Mittel bereitgestellt, um die Schwäne zu füttern. Und 1664 stellte der Hamburger Rat die Tiere unter besonderen Schutz – es ist sogar verboten, sie zu beleidigen, zu verletzen oder gar zu töten!

Olaf Nieß, der aktuelle Schwanenvater und Nachfolger seines Vaters Harald Nieß, der seit 1950 in dieser Rolle tätig war, hat die ehrenvolle Aufgabe, sich um die Schwäne zu kümmern. Seine Verantwortung umfasst die Notfallrettung, die Aufzucht verwaister Jungtiere und die Überwachung des Lebensraums. Im Winter werden die Schwäne mit Booten in ihr Winterquartier gebracht, ein weniger spektakulärer Umzug als der im Herbst, aber dennoch von großer Bedeutung.

Einblicke in die Rückkehr

Die Rückkehr der Schwäne ist immer ein spannendes Ereignis. Am Dienstagmittag sollen etwa 90 Schwäne aus der Wildtierstation entlassen werden, um ihre Brutplätze auf der Alster und ihren Nebenflüssen zu suchen. Schwanenvater Nieß kann jedoch nicht mit Sicherheit sagen, ob der späte Start die Brutsaison negativ beeinflusst. In der Natur kann sich so vieles ändern, und oft bleibt uns nur, die Entwicklungen zu beobachten.

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Die Alsterschwäne sind nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein Teil des kulturellen Erbes dieser Stadt. Sie werden sogar als Gastgeschenke an Vertreter verbundener Städte oder Staaten überreicht. Ihre Ankunft wird mit Freude erwartet und symbolisiert eine Art Neuanfang, eine Rückkehr zur Normalität, die in diesen herausfordernden Zeiten besonders wichtig erscheint.