In Bremerhaven, an einem Ort, wo Container mit einer schier unendlichen Vielzahl von Waren ankommen, spielt sich ein ständiger Wettlauf zwischen Zollbeamten und Drogenschmugglern ab. Der Zoll hat die schwierige Aufgabe, den Drogenschmuggel zu bekämpfen, und hat in den letzten Jahren bemerkenswerte Erfolge erzielt. Jährlich sichert der Bremerhavener Zoll rund eine Tonne Kokain, und 2022 sogar 1,5 Tonnen, darunter ein außergewöhnlicher Fund von 1,1 Tonnen in einem Container voller Kaffee. Vor 2017 waren die Mengen an sichergestelltem Kokain weitaus geringer, was die Intensität der aktuellen Bemühungen unterstreicht.

Die Drogen werden oft in Containern versteckt, geschickt zwischen Bananen oder in doppelten Böden verborgen. Das Verfahren, das häufig verwendet wird, nennt sich Rip-on/Rip-off, bei dem Helfer in den Zielhäfen die Drogen schnell abholen, bevor sie entdeckt werden. Umso wichtiger sind die speziellen Röntgentechnologien, die der Zoll einsetzt, um verdächtige Container zu überprüfen. Verdachtsmomente entstehen oft aus der Herkunft der Fracht oder aufgrund von Erfahrung – eine Risikoanalyse führt dazu, dass Container an speziellen Plätzen im Terminal auf ihre Inhalte untersucht werden.

Drogenfunde und Schmuggelmethoden

In den letzten Jahren hat sich die Situation verschärft. Der Chef des Bundeskriminalamtes warnt vor einer „Kokain-Schwemme“ in Europa. Immer mehr Drogen gelangen über die großen Containerhäfen nach Europa, insbesondere aus Kolumbien, Peru und Brasilien. Schätzungen zufolge landen etwa 70 % des Kokains in Europa über die Häfen. Im Bremerhaven wurden von 2020 bis 2023 dreimal über eine Tonne Kokain sichergestellt. Kriminelle passen ihre Methoden ständig an die Vorgehensweise des Zolls an – ein Katz-und-Maus-Spiel, das nie zu enden scheint.

Eben erst haben Zollbeamte einen Container kontrolliert, der angeblich Äpfel transportierte. Er kam mit einem Schiff aus Argentinien und wurde in Brasilien beladen. Ein Verdacht auf verstecktes Kokain ließ die Beamten mit Sturmhauben, um anonym zu bleiben, vorsichtig den Container öffnen. Auch wenn bei dieser Kontrolle kein Kokain gefunden wurde, bleibt die Motivation hoch, denn der nächste große Fang könnte jederzeit anstehen. Es ist ein ständiger Kampf – die Beamten sind bestrebt, das schmutzige Geschäft der Drogenhändler zu durchkreuzen.

Die Rolle des Hafens und der Hafenarbeiter

Hafenarbeiter spielen in diesem Spiel eine ambivalente Rolle. Oft sind sie in den Schmuggel involviert und können für ihre Dienste mit hohen Geldbeträgen ködert werden. Ein Meldeportal für Hafenkriminalität, das drei Jahre lang nicht funktionierte, hat die Situation zusätzlich erschwert. Die Zahl der Container, die jährlich in Bremerhaven ankommen, ist gewaltig – 4,4 Millionen, um genau zu sein – und die Anzahl der kontrollierten Container bleibt geheim. Das macht es für die Schmuggler einfacher, mit ihren illegalen Geschäften durchzukommen.

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Ein besorgniserregender Trend zeigt sich auch im Anstieg der beschlagnahmten Marihuanamengen. Die Europäische Drogenbeobachtungsstelle hat festgestellt, dass Drogenhändler zunehmend kleinere, weniger kontrollierte Häfen nutzen. Ein Effekt, den Experten als „Wasserbett-Effekt“ bezeichnen. Während die Kontrollen in Bremerhaven intensiviert werden, verlagern sich die Drogenströme zu anderen nordischen Häfen, wo die Risiken für die Schmuggler geringer sind.

Die SPD plant nun Maßnahmen zur Bekämpfung der Drogenkriminalität im Hafen, einschließlich des Austauschs des Zolltors Roter Sand. Diese Schritte sind notwendig, denn die Herausforderungen im Kampf gegen den Drogenhandel in Deutschland werden immer größer. Ganz gleich, wie entschlossen die Zollbeamten sind – die Drogenkriminalität ist ein hartnäckiges Übel, das stetig neue Wege findet, um sich anzupassen und zu überlisten.