In Bremen, der Stadt der Hanse und des Fortschritts, brodelt es derzeit im Bereich der Medizintechnologie. Viromed Medical, ein innovativer Pionier im Sektor der Kaltplasmatechnologie, treibt die Übernahme von Relyon plasma GmbH voran und ist in intensiven Verhandlungen mit mehreren Weltkonzernen. Diese Schritte fallen zusammen mit dem bevorstehenden größten europäischen Wundversorgungskongress, der vom 6. bis 8. Mai in Bremen stattfindet. Auf über 120 Quadratmetern wird Viromed seine Kaltplasma-Therapie präsentieren, ein Verfahren, das in der Wundheilung zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die Aktie von Viromed hat in den letzten 30 Tagen um beeindruckende 40 % zugelegt und schloss am Freitag bei 7,15 Euro. Dies ist besonders bemerkenswert, da die annualisierte Volatilität der Aktie bei über 80 % liegt, was auf ein hohes Maß an Unsicherheit und Spekulation hindeutet. Im zweiten Quartal plant das Unternehmen, die Relyon-Übernahme abzuschließen, für die seit März eine Absichtserklärung vorliegt. Diese Übernahme könnte die technologische Basis von Viromed erheblich erweitern und das Unternehmen in eine führende Position im Bereich der Kaltplasmatechnologie katapultieren.
Ein strategischer Schritt in die Zukunft
Die Relyon plasma GmbH ist eine Tochtergesellschaft von TDK Electronics AG und hat sich als führender Anbieter von atmosphärischer Plasmatechnologie etabliert. Die Zusammenarbeit zwischen Relyon und Viromed erstreckt sich über die Entwicklung medizinischer Produkte wie ViroCAP® und PulmoPlas®. Uwe Perbandt, CEO von Viromed, hebt hervor, dass die Integration von Relyon nicht nur die technologische Souveränität des Unternehmens stärkt, sondern auch die Wertschöpfungstiefe erhöht. Die Transaktion zielt darauf ab, die Kontrolle über wichtige Phasen der Wertschöpfung zu erhöhen und die Abhängigkeit von externen Entwicklungs- und Produktionsdiensten zu verringern.
Durch den Zugang zum umfangreichen internationalen Patentportfolio von Relyon wird Viromeds Patentbasis erheblich erweitert. Diese langfristige Perspektive wird durch steigende regulatorische Anforderungen und Nachhaltigkeitsziele unterstützt, die das Marktpotenzial der Kaltplasmatechnologie weiter steigern. Der Kaufpreis für die Übernahme wird derzeit verhandelt und könnte im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Der Abschluss des Aktienkaufvertrags wird im zweiten Quartal 2026 erwartet, abhängig von der erfolgreichen Due-Diligence-Prüfung und der Erfüllung üblicher Abschlussbedingungen.
Ein Blick auf die Kaltplasmatechnologie
Die Kaltplasmatechnologie hat sich in den letzten Jahren in der Medizin als äußerst vielversprechend erwiesen. Sie findet Anwendung in der Wundheilung, der Krebsbehandlung und der Dermatologie. Kaltplasma tötet Bakterien ab, einschließlich medikamentenresistenter Stämme, und beschleunigt den Wundheilungsprozess. In der Biomedizin gilt die Kaltplasmatherapie als eine der effizientesten Wundbehandlungsoptionen und könnte auch in der Zukunft aufgrund der zunehmenden Prävalenz von chronischen Krankheiten und der Nachfrage nach innovativen, bohrfreien Behandlungsmethoden weiter an Bedeutung gewinnen.
Der europäische Markt für Kaltplasma wird voraussichtlich ebenfalls wachsen, angetrieben durch die Präsenz wichtiger Akteure und die Erhöhung der Produktionskapazitäten. Da immer mehr Krankheiten mit Kaltplasma behandelt werden, ist es wahrscheinlich, dass das Interesse an dieser Technologie auch in Deutschland und darüber hinaus weiter zunehmen wird.
Insgesamt zeigt sich, dass Viromed Medical an der Spitze eines sich schnell entwickelnden Marktes steht, der sowohl Chancen als auch Herausforderungen bereithält. Die Entwicklungen in Bremen könnten nicht nur das Unternehmen, sondern die gesamte Branche nachhaltig prägen.