Heute ist der 28.06.2026 und in Würzburg stehen die Emotionen hoch, denn ein bedeutendes Kapitel neigt sich dem Ende zu. Ernst Joßberger, der von 2018 bis 2026 ehrenamtliche Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung im Landkreis Würzburg, hat sein Amt niedergelegt. Mit 75 Jahren und einer beeindruckenden Bilanz verabschiedete sich Joßberger von seinen Wegbegleitern, die ihm einen herzlichen und emotionalen Abschied bereiteten.

Er war nicht nur ein Ansprechpartner für Betroffene und deren Angehörige, sondern auch ein leidenschaftlicher Impulsgeber für Politik und Verwaltung. Joßberger setzte sich unermüdlich für die Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen ein, stets gestützt durch die Prinzipien der UN-Behindertenrechtskonvention. Diese Konvention, die seit 2009 in Deutschland gilt, hat das Ziel, Barrieren im Denken abzubauen und die Gleichberechtigung sowie Chancengleichheit für alle zu fördern.

Ein Leben für die Inklusion

Der frühere Lehrer, der sich der Sonderpädagogik widmete, sowie langjährige Bürgermeister von Güntersleben, war ein Vorreiter in seinem Bereich. Joßberger war nicht nur 27 Jahre Gemeinderat, sondern auch von 2008 bis 2020 stellvertretender Landrat. In all diesen Rollen baute er ein starkes Netzwerk für Inklusion auf. Dies gelang ihm sogar während der Herausforderungen, die die Corona-Pandemie mit sich brachte. Mit seiner Initiierung einer Mustersatzung für kommunale Behindertenbeauftragte sorgte er dafür, dass in über zwei Dritteln der Gemeinden Ansprechpersonen für die Belange von Menschen mit Behinderung benannt wurden.

Der Abschied von Joßberger war mehr als nur ein Abschied von einem Amt. Es war ein Dankeschön für seinen unermüdlichen Einsatz. Er betonte, wie wichtig es sei, Barrieren nicht nur physisch, sondern vor allem im Kopf abzubauen. Diese Denkweise ist grundlegend, denn schätzungsweise über eine Milliarde Menschen leben weltweit mit einer Behinderung, und nur etwa 45 Staaten haben spezifische Vorschriften, die deren Rechte schützen.

Auf dem Weg zur Inklusion

Die UN-Behindertenrechtskonvention, die 2006 angenommen wurde, konkretisiert die universellen Menschenrechte aus der Perspektive von Menschen mit Behinderungen. Sie umfasst Bereiche wie Barrierefreiheit, Bildung und Beschäftigung. Joßberger griff diese Ideale auf und setzte sie in die Tat um – ob durch Informationsveranstaltungen zu Themen wie barrierefreies Bauen oder psychischen Erkrankungen, oder durch den Austausch mit Institutionen über Landkreisgrenzen hinweg.

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Sein Engagement führte zur Erstellung des ersten Aktionsplans zur Inklusion im Landkreis Würzburg, ein Dokument, das konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen festlegt. Rosa Behon wird nun seine Nachfolgerin und hat große Fußstapfen zu füllen. Die Erwartungen sind hoch, nicht zuletzt, weil Joßberger den Weg für eine inklusive Gesellschaft geebnet hat.

Der Gedanke der Inklusion, dass Menschen mit Behinderungen von Anfang an Teil der Gesellschaft sein sollen, ist nicht nur ein hehres Ziel, sondern eine Notwendigkeit. Barrieren müssen nicht nur abgebaut, sondern auch im Denken überwunden werden. Joßberger hat dies stets betont und dafür geworben, dass Verständnis und Respekt für alle gefördert werden. Es bleibt zu hoffen, dass seine Arbeit und sein Geist auch weiterhin die Richtung für die zukünftige Entwicklung im Landkreis Würzburg bestimmen werden.

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