Wenn der Rasen zum Rückzugsort wird: Mazraouis Weg zwischen Fußball und Glauben
Heute ist der 24.06.2026 und die Fußballwelt schaut auf die WM, die momentan in vollem Gange ist. Ein Spieler, der besonders im Fokus steht, ist Noussair Mazraoui, der einst für den FC Bayern München auflief. Der marokkanische Außenverteidiger, der seine Karriere 2022 beim FC Bayern begann und bis 2024 dort spielte, hat kürzlich Gedanken über ein mögliches Karriereende geäußert. Ja, richtig gehört – mit gerade mal 28 Jahren denkt er schon laut darüber nach, den Fußball hinter sich zu lassen. Ein bisschen verrückt? Vielleicht. Aber es ist mehr als nur eine Laune.
Nach dem zweiten Gruppenspiel gegen Schottland, in dem Marokko einen knappen 1:0-Sieg feierte, sprach er offen darüber, dass er nach der Weltmeisterschaft vielleicht seine Karriere beenden könnte. Der Grund? Mazraoui möchte den Koran auswendig lernen und Imam einer Moschee werden. Dies spiegelt seine tiefen religiösen Überzeugungen wider. Als praktizierender Muslim hält er während des Ramadan das Fasten ein, was ihn auch während seiner Zeit als Profifußballer belastet – eine Herausforderung, die nicht zu unterschätzen ist.
Der Weg zum Fußballprofi
Mazraoui, der seine fußballerischen Wurzeln bei Ajax Amsterdam hat, wechselte 2022 ablösefrei zu Bayern, wo er 55 Pflichtspiele absolvierte und 2023 die Deutsche Meisterschaft gewann. Doch seine Zeit in München war nicht nur von sportlichen Erfolgen geprägt. Verletzungen und politische Diskussionen außerhalb des Platzes sorgten dafür, dass er seine Zeit dort kritisch betrachtet. Ein Gefühl, dass er woanders vielleicht besser aufgehoben wäre. Nach nur zwei Jahren in der Bundesliga zog es ihn im Sommer 2024 für rund 15 Millionen Euro zu Manchester United, wo er bis 2028 unter Vertrag steht. Doch selbst in dieser neuen Umgebung scheinen seine Überlegungen um ein frühes Karriereende nicht zu verstummen.
Marokko hat sich bereits für die K.o.-Phase der WM qualifiziert, was sicherlich auch für Mazraoui eine große Freude ist. Mit einem 1:1 gegen Brasilien und dem besagten Sieg gegen Schottland hat das Team ordentlich abgeliefert. Am 25. Juni steht dann das letzte Gruppenspiel gegen Haiti an. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation rund um Mazraoui entwickeln wird. Ein Rücktritt ist bislang nicht offiziell, sondern bleibt in der Sphäre seiner persönlichen Überlegungen.
Die Herausforderung während des Ramadans
Seine Überlegungen werfen auch einen Blick auf die Herausforderungen, die der Ramadan für Leistungssportler mit sich bringt. Im April 2023 wurde beispielsweise ein Premier-League-Spiel unterbrochen, damit muslimische Spieler nach Sonnenuntergang Flüssigkeit zu sich nehmen konnten. Ein kluger Schritt, denn während des Ramadans kann der Flüssigkeitsmangel problematisch werden. Dr. Andrew Lichtenthal, ein führender Arzt im Deutschen Leichtathletik Verband, erklärt, dass Sportler unbedingt darauf achten müssen, vor und nach Sonnenuntergang ausreichend zu trinken. Andernfalls drohen gesundheitliche Probleme durch den Verlust von Elektrolyten und Salzen – und das möchten wir uns nicht für unsere Stars wünschen.
Es ist also nicht nur eine Frage des Glaubens, sondern auch eine der physischen Belastbarkeit. Für Mazraoui, der in dieser Zeit Leistung bringen muss, ist das eine echte Herausforderung. Aber vielleicht ist es gerade diese innere Überzeugung, die ihn dazu bringt, über seine Zukunft im Fußball nachzudenken. Bleibt nur zu hoffen, dass er den richtigen Weg für sich findet – egal, ob auf dem Platz oder in der Moschee.
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