Am vergangenen Mittwoch fand in Ornbau ein Abschied der besonderen Art statt. Bürgermeister Marco Meier, der die Geschicke der Stadt über sechs Jahre lang gelenkt hat, verabschiedete sich bei seiner letzten Bürgerversammlung. Und was für ein Abschied! 160 Bürgerinnen und Bürger zollten ihm mit stehenden Ovationen Respekt für seine engagierte Amtszeit. Es war ein bewegender Moment, der die Verbundenheit zwischen dem Bürgermeister und der Bevölkerung deutlich machte. Um diesen besonderen Anlass gebührend zu feiern, bot Meier Freibier für alle Anwesenden an – ein wahrhaft herzlicher Ausklang seiner Bürgermeisterlaufbahn.
Seit dem 1. Mai 2023 hat Meier eine neue Herausforderung als Landrat von Ansbach angenommen. In der Übergangszeit bis zur konstituierenden Sitzung des Stadtrates am 7. Mai wurde Stefan Sellinger eingesetzt, um dringende Amtsgeschäfte im Rathaus zu erledigen. Währenddessen wird der Stadtrat einen neuen zweiten Bürgermeister wählen, der die Stadt bis zur Wahl am 28. Juni führen wird. Am 29. Juni wird dann das neu gewählte Stadtoberhaupt die Amtsgeschäfte übernehmen – eine neue Ära wird anbrechen.
Ein Blick in die Zahlen und Fakten
Ornbau hat eine Bevölkerung von 1714 Einwohnern, die sich aus 43 verschiedenen Nationalitäten zusammensetzt. Diese bunte Mischung ist sicherlich ein Grund, warum die Gemeinschaft so lebendig und vielfältig ist. Im vergangenen Jahr gab es zehn Geburten, acht Sterbefälle und vier Hochzeiten – und in diesem Jahr bereits drei Geburten und drei Sterbefälle. Es ist interessant zu beobachten, wie sich das demografische Bild der Stadt wandelt.
Ein zentrales Thema bei der Bürgerversammlung war die Grundschule, die ab September um eine Klasse reduziert wird. Hier appellierte Meier eindringlich an den neuen Stadtrat, die Erhaltung der Schule zu fördern – schließlich ist Bildung die Grundlage für eine prosperierende Zukunft. Apropos Zukunft: Über 7 Millionen Euro an Fördergeldern flossen in der Wahlperiode für Infrastrukturprojekte nach Ornbau. Dazu gehören der Neubau der Kinderkrippe, der Anbau der Treppe an der Schule, sowie wichtige Anschaffungen für den Bauhof und die Feuerwehr.
Die Herausforderungen der Kommunalpolitik
Die Kommunalpolitik, in der sich Ornbau befindet, ist ein spannendes und oft herausforderndes Feld. Hier werden politische Entscheidungsprozesse getroffen, die den Alltag der Menschen direkt betreffen – seien es Bauvorhaben, Schulen, Verkehr oder soziale Einrichtungen. Das Herzstück der Kommunalpolitik bildet der Stadtrat, der von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt wird. Er ist das zentrale politische Entscheidungsorgan, das an einer Vielzahl von Themen arbeitet und durch öffentliche Ratssitzungen und Bürgerforen den direkten Kontakt zur Bevölkerung sucht.
Ein wichtiger Aspekt der Kommunalpolitik ist die Bürgerbeteiligung. Diese wird durch verschiedene Formate wie Einwohnerfragestunden und Bürgerbegehren ermöglicht, sodass die Stimmen der Bürger nicht ungehört bleiben. Konflikte können dabei durchaus aufkommen – sei es zwischen dem Bürgermeister und dem Stadtrat oder in der Aushandlung von finanziellen Mitteln. In Ornbau gibt es derzeit auch einen Schuldenstand von 1,52 Millionen Euro, was die finanziellen Möglichkeiten der Stadt beeinflusst. Dennoch wird investiert: Ein neues Feuerwehrgerätehaus wird für 1,3 Millionen Euro gebaut, und ein Darlehen von 800.000 Euro wird aufgenommen, um dieses Projekt zu realisieren.
Traditionen und Zukunftsprojekte
Traditionen sind in Ornbau lebendig – Kirchweih, Fasching und Adventsmarkt werden wieder gefeiert. Diese Feste bringen die Gemeinde zusammen und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Auch das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Altmühlgrund wird weiter ausgebaut, mit neuen Räumen zwischen Friedhof und Supermarkt, die dringend benötigt werden. Zudem wird das ehemalige Kaplanshaus zur Sanierung und Aufwertung der Altstadt gekauft. Solche Projekte sind wichtig, um die Attraktivität der Stadt zu steigern und die Lebensqualität der Bürger zu sichern.
Marco Meier blickte dankbar auf seine Amtszeit zurück und wünschte der Stadt Ornbau viel Zusammenhalt für die Zukunft. In einer Zeit, in der Veränderungen unvermeidlich sind, ist es der Zusammenhalt, der eine Stadt stark macht. Und genau diesen Zusammenhalt brauchen wir, um die Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern!