Am 9. Juni 2026 erlebte die Region Weilheim-Schongau einen bemerkenswerten Tag – mehr als 150 Besucher strömten zum Aktionstag der Krankenhaus GmbH, der ganz im Zeichen der Rückenschmerzen stand. Dieser Tag war Teil des bundesweiten Aktionstags gegen den Schmerz und trug den vielversprechenden Titel: „Rückenweh ade – Zeit zum Handeln“. Ein bisschen wie ein Weckruf für all jene, die oft unter Schmerzen leiden und nicht wissen, wie sie sich helfen können.
In der Tagesklinik für Schmerztherapie des Medizinischen Zentrums SOGESUND fanden die Besucher eine Fülle an Informationen und Unterstützung. Vorträge, Infostände und ein interaktives Begleitprogramm boten eine echte Plattform für Austausch und Aufklärung. Dr. Thomas Helmer, der Chefarzt der Tagesklinik, eröffnete mit einem aufschlussreichen Vortrag über die Entstehung chronischer Schmerzen. Er erklärte, dass die Schmerzen nicht unbedingt verschwinden, nur weil die ursprüngliche Ursache abheilt – ein Konzept, das viele von uns vielleicht schon einmal erlebt haben.
Wissen, das heilt
Bewegung – das war ein großes Thema an diesem Tag. Ina Glas, eine engagierte Physiotherapeutin, machte deutlich, wie wichtig sie für die Behandlung von Rückenschmerzen ist. „Schonen bringt nichts“, merkte sie an und verwies darauf, dass eine zu lange Schonzeit langfristig eher schädlich sein kann. Die Teilnehmer konnten sogar selbst aktiv werden, indem sie an Faszientraining und Entspannungsübungen teilnahmen. Ein bisschen Bewegung schadet schließlich nie, oder?
Aber nicht nur die körperlichen Aspekte wurden beleuchtet. Melitta Sauer, eine psychologische Psychotherapeutin, erklärte, wie eng der Zusammenhang zwischen psychischen Faktoren und Rückenschmerzen ist. Stress, belastende Gedanken – all das kann Muskelanspannungen und Schmerzen verstärken. Da wird einem erst richtig bewusst, wie komplex das Zusammenspiel von Körper und Geist ist.
Hilfreiche Alltagslösungen
Die Ergotherapie nutzte die Gelegenheit, um hilfreiche Alltagshilfen wie Rollatoren und Greifhilfen zu präsentieren. Die Besucher waren sichtlich interessiert. Es ist ja oft so, dass kleine Dinge im Alltag große Erleichterung bringen können. Dr. Helmer unterstrich die Notwendigkeit, über chronische Schmerzen aufzuklären. Er war sich sicher: Je mehr Informationen die Betroffenen haben, desto besser kann die Lebensqualität gesteigert werden.
Rückenschmerzen werden in der Regel konservativ behandelt, was bedeutet, dass schon viele Tausende von Betroffenen durch die Schön Kliniken jährlich mit Wirbelsäulenerkrankungen versorgt werden. Interessanterweise genügen in über 80 Prozent der Fälle einfache Maßnahmen zur Schmerzlinderung. Schmerzlindernde Medikamente, gezielte Krankengymnastik und Muskelkräftigung – das sind die Therapie-Elemente, die oft schon Wunder wirken können. Es ist entscheidend, Schmerzen frühzeitig zu behandeln, um eine Chronifizierung zu verhindern. Und hier zeigt sich, wie wichtig die Beurteilung des Chronifizierungsrisikos ist.
Falls es zu verschleißbedingten Rückenschmerzen kommt, gibt es mittlerweile präzise und schonende operative Behandlungsmöglichkeiten, die die Lebensqualität deutlich verbessern können. Eine enge Zusammenarbeit zwischen operativen und nicht operativen Wirbelsäulenspezialisten ist dabei unerlässlich.
Insgesamt war der Aktionstag ein voller Erfolg und ein wichtiges Zeichen für alle, die unter Rückenschmerzen leiden. Die Offenheit, das Wissen und die Unterstützung, die hier geboten wurden, sind Schritte in die richtige Richtung. Vielleicht ist es an der Zeit für den einen oder anderen, aktiv zu werden und die eigenen Rückenschmerzen endlich in den Griff zu bekommen.